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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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im Juli der Vater, im November mein Bruder ge­fallen und am 4. März auch noch mein guter Onkel, der mich als rüstiger Jüngling von nur 80 Jahren noch vor kurzem im Gefängnis besucht hatte. Ihrer aller und der vielen, vielen Toten, der gefallenen und gestorbenen Mitbrüder, gedachte ich nun, während mir mein ,, Engel" die Messe diente.

Ich mußte die Schlauheit des guten Z. wahrlich be­wundern. Ganz richtig hatte er kalkuliert, daß sich in diesem Trubel bestimmt keiner zur Sakristei ver­laufen würde. Er hatte sich bei den Schwestern im Carlshaus Meßwein und Hostien beschafft, in der Stille alles vorbereitet und mir eine solche Über­raschung bereitet.

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Im Monat April hat er es dann noch einmal gemacht. Das zweitemal war es wieder an einem Josefstag, am Schutzfest des hl. Josef. Das drittemal aber, am ersten Sonntag im Mai, wurde es ein Abenteuer. An diesem schönen Sonntagnachmittag glaubte er die Gelegenheit gar zu günstig, holte mich ab und wieder las ich in der Sakristei die hl. Messe. Als er mich nun aber in meine Zelle zurückschleusen wollte und vorsichtig die Gegend vorher ausspionierte, kam er mit der Hiobspost zurück: O weh, o weh, die ganze Blase"( gemeint waren die diensthabenden Wacht­meister) ist vor dem Glaskasten versammelt". Der Glaskasten ist der Mittelpunkt des Gefängnisses, von wo aus der erste Wachtmeister wie eine Spinne alle Gänge übersehen und beobachten kann. ,, Was machen wir nun? Wir müssen über den 5. Stock. Drücken Sie sich ganz an die Wand!" Wir steigen zum fünften Stock hinauf. Ich hinter ihm her, immer an der Wand lang. Plötzlich erschallt ein Ruf vom Glas­kasten: He, Flurarbeiter fünf, Flurarbeiter fünf, was machen Sie da oben?" Offenbar hält man uns für Gefangene, die zur Arbeit auf dem Flur aus­geschlossen sind und also zu dieser Zeit unrecht­mäßig und unkontrolliert da oben herumlaufen. Wir

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