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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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Monate

ien.

ter und | zeigen ı] über- ın nicht meiner und es [ohann- tter- Wissen len. Die

drei Butterbrote schon auf fünf erhöht und auch noch einige Äpfel dabeigelegt. Als ich sie nachher

durch mein Fensterchen sah es war übrigens das erstemal, daß ich sie sah zeigte ich ihr freude- strahlend einen Apfel; sah aber dann sofort als

sie mich hinter dem Gitter erblickte(und ich muß wohl schlecht ausgesehen haben) daß sie zu weinen anfing. Sie zog ihr Taschentuch und verschwand, ohne noch einmal aufzuschauen.

Wie sie mir später sagte, hat sie es nicht übers Herz gebracht, sich noch einmal umzuschauen. Von da ab gelang es ihr mit guten Worten und freundlichen

Äuglein, die Wachtmeister zu bestimmen, ein paar

Butterbrote mitzugeben. Und darauf wartete ich immer fieberhaft. Ich teilte dann ein: zwei für heute, für morgen eines und'am Sonntag wieder zwei. Oft aber war der Hunger so groß, daß ich es einfach nicht aushielt und alles hintereinander aufzehrte Dann freilich war wieder Schmalhans Küchenmeister und ich träumte vom kommenden Freitag.

Im übrigen flossen die Wochen gleichmäßig ruhig dahin. Wochen und Monate vergingen, ohne daß ich wieder ein Verhör gehabt hätte. Die Gestapo schien

mich rein vergessen zu haben. Dann kam wieder ein

aufregendes Ereignis.

Und wieder spürte ich den Finger Gottes.

Eines Tages war es mir am Morgen, als ob bei der Verlesung der Gefangenen, die mit dergrünen Minna zur Lindenstraße befördert werden sollten, der Name Heinrich Schulte gefallen sei. Mir kam ein schwarzer Verdacht. Sollte der hochwür- digste Pater Provinzial nun auch eingekerkert sein? Ich konnte es fast nicht glauben. Es war mittler-

weile. November geworden und mein Verdacht wurde

durch zwei Momente verstärkt:

Nach meiner erneuten Übersiedlung in das Polizei- gefängnis wurde ich zunächst einmal jeden Tag mit

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