Druckschrift 
Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen

mußte ich immer rechnen- aber man war ja allmäh­lich ein routinierter Schwerverbrecher. Man kannte die Eigenarten der Wachtmeister und wußte sich ihnen anzupassen. Es war ein wenig aufregend, aber gerade das brachte einen über die langen Stunden hinweg.

Nun konnte ich weiter arbeiten und in meinem Beruf tätig sein. Wenn das die Gestapo gewußt hätte! Doch gerade dieser Gedanke machte mir diebische Freude, daß ich über sie hinweg gerade wieder in dem tätig sein konnte, von dem sie mich doch mit Gewalt entfernen wollte.

Gustel war gänzlich ahnungslos, welch kostbare und gefährliche Fracht sie aus dem Gefängnis abholte. Meine Verwandten aber sammelten in Sorgfalt alles, was ich niederschrieb. Nach meiner Entlassung sah ich mit einer gewissen Rührung das Blechkästlein, das sie immer mit zum Luftschutzkeller geschleppt hatten und darinnen die gesammelten Tüchlein. So war für mich wieder ein Weg zur Beschäftigung ge­funden, und das hat mir über die langen Monate meiner weiteren Gefängnishaft hinweggeholfen.

-

-

Das Essen wurde von Tag zu Tag schlechter und meine Gesundheit war wie sich bald zeigen sollte doch sehr angegriffen. Ich wäre wohl über­haupt nicht durch diese Zeit gekommen, wenn nicht in diesen Wochen Gustel versucht hätte, mit meiner Wäsche etwas Lebensmittel einzuschmuggeln und es gelang ihr, der Unermüdlichen, und auch Johann­Ernst, dem Treuen, zunächst einmal drei Butter­brote mit durchzugeben natürlich ohne Wissen der Gestapo und ganz gewiß gegen ihren Willen. Die große Freude, die ich durch diese drei Butterbrote hatte, kann ich kaum beschreiben, aber sie genügten, um mir den Magen, der ja überhaupt nichts mehr gewohnt war, gründlich zu verderben. Nun sah ich mit sozusagen großem Heißhunger dem nächsten Wäschefreitag entgegen. Und siehe: Gustel hatte die

58

drei Bu noch ein

durch m

erstemal

strahlen

sie mich wohl sch anfing. ohne no

Wie sie gebracht gelang Auglein, Butterbr immer f für mor

aber wa

aushielt

freilich

ich träu

Im übr

dahin.

wieder

mich re

Und wi

Eines T

Verlesu

Minna"

der Nar kam ei

digste

Ich kon

weile N

durchz

Nach m

gefäng