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wird dem Wachtmeister nicht auffallen, aber ganz gewiß meiner Kusine. Und ich schrieb darunter ein Wort: Manschette. Und damit sie’s ja nicht übersehen, sticke ich noch mit einem blauen Faden ein Kreuz darüber, mit der Roßhaar-Borste eine nicht ganz einfache Sache!
So, nun gab ich das präparierte Hemd beim nächsten Wäschewechsel hinaus. Wochen wartete ich nun mit äußerster Spannung auf den Brief. Und siehe da: als der nächste Brief kam, hatte Julla Rheuma! Dem scharfen Auge meiner Kusine war es also nicht ent- gangen.— Später erzählte sie mir, daß mein Hemd allerdings schon im Wasser war, als das Schildchen und Kreuz meiner Kusine in die Augen fiel; daß sie es dann vorsichtig trockneten und gerade noch lesen konnten.—
Von nun an klappte es großartig. Ich erhielt eine Unmenge von Oberhemden— manchmal vier bis fünf in der Woche— und alle waren schön präpa- riert. Die Nadel kam, der Faden kam, die Blei- stiftminen kamen und auch die präparierten Tüch- lein kamen in Mengen. Und ich arbeitete, arbei- Fetemwieder wild drauflos:: Predigten, Ge- Bacehte Übersetzungen, die-Kateche- aus dem Geiste Schönstätts.
Nun hatte ich Beschäftigung von morgens bis abends, denn alles mußte ja in größter Vorsicht geschehen: zunächst die Geistesarbeit des Entwerfens, sodann die mühselige Arbeit des Schreibens— aber darin bekam ich bald Routine, drittens die spannende Arbeit des Aufpassens, denn immer mußte ich ja gewärtig sein, durch den Spion beobachtet zu werden.
Der Hunger war groß, aber meine Arbeits- freude war noch größer und ließ mich selbst den Hunger vergessen. Wenn ich die Tüchlein nicht so- fort ins Hemd einnähen konnte, wurden sie im Stroh- sack oder an anderen kniffligen Orten aufbewahrt. Mit der allwöchentlichen Zellen- und Leibesvisitation
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