ng geich sohluckt freitag ch für dieser Tage Zelle lie ich sehen
waren estellte einen er auch sehen
Ruhig die Sonne steht Über dem Leben.
Aufwärts das Herze denn!
Über den Dingen erst,
Froh schon erwartet mich Ewige, tief ewige
Fülle des Lebens.
Das kommende Osterfest, das erste, das ich im Gefängnis erlebte, war trotzdem schön. In meiner Zelle feierte ich in Gedanken das Osteropfer mit. Am Gottesdienst teilnehmen durfte ich freilich nicht. Durch eine geradezu unverschämte Dreistigkeit. meines guten Hausvaters war mir Gelegenheit gegeben, zuvor bei dem Gefängnisgeistlichen zu beichten. Er rief mich zu diesem Zwecke einfach ganz kühn in seine Hausvaterei herunter und fuhr unterwegs einen Wachtmeister, der sich nach dem Grund meines Ganges erkundigen wollte, so fürchterlich ausfallend an, daß der aus Wut über diese Frechheit auf ihn losschimpfte und mich völlig vergaß. Damit aber erreichte er eben seinen gewollten Zweck. Überhaupt wurde er in der Folgezeit immer erfinderischer in seinen Liebesgängen. Einmal holte er mich aus der Zelle, wie wenn ich ihm bei einer Arbeit eben helfen solle, dann sperrt er mich in der nächsten leeren Zelle ein und dort kann ich kommunizieren. Ein andermal kam er noch am späten Abend und ich durfte dann das Allerheiligste die ganze Nacht bei mir tragen als lebendiger Tabernakel; der Heiland wacht, während ich schlafe, und am anderen Morgen konnte ich wiederum kommunizieren. Allmählich flossen auch kleine Brieflein ein. Zunächst ein schüchterner Gruß meiner guten Gustl. Dann wurde auch von mir schon ein längeres Briefchen hinausgeschmuggelt.
Während ich nun auf meinen Abtransport nach Dachau warte, geschieht etwas Unerwartetes. Bei dem letzten Verhör hatte ein Satz meines Mitgefangenen P. Dr. Bange eine große Rolle gespielt, um
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