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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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Falles bis jetzt noch stark mit einer Freilassung ge­rechnet hatte. Am Karfreitag war ich innerlich so­weit, daß ich auch den Bissen ,, Dachau " geschluckt hatte, und bot in einer Weihe, die ich am Karfreitag machte, der Gottesmutter mein Leben auch für Dachau an. Ich arbeitete freilich während dieser

ganzen Zeit weiter. Die Stimmung dieser Tage zeigt ein zweites Gedicht, das ich in meiner Zelle beim Anblick der hochziehenden Wolken, die ich durch die schräggestellten Blendscheiben einzig sehen konnte, niederschrieb.( In der Klapperfeldstr. waren Blindscheiben; in der UHA waren schräg gestellte Blenden vor den Fenstern, die wenigstens einen Blick zum Himmel gestatteten, hin und wieder auch einen Vogel, eine Biene, einen Schmetterling sehen ließen.)

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aber e

Blau, blaues Firmament,

Gold, gold'ner Sonnenschein, Segelnde Wolken weiß, Fächelndes Lüftchen mild:

Grüße des Lebens.

Amsel, dein Morgengruß, Drossel, dein Flötenruf,

Jagender Schwalben Schrei, Summender Bienen Ton: Grüße des Lebens.

Ferne, ganz ferne tönt, Silbern ein Kinderlied, Spielender Buben Lust, Friedlicher Arbeit Lärm: Dort ist das Leben.

Ach, hinter Gittern ich, Lausche dem Glockenton,

-

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in sein der Ze helfen leeren

Ein an durfte

mir tr wacht,

konnte

flossen

schüch

auch

Ach, hinter Scheiben blind

geschn

Sehnend die Seele weint,

Währe

Leben, o Leben!

Dacha

Aufwärts nur geht der Blick:

dem le

Ruhig die Wolke zieht,

Ruhig der Himmel blaut.

genen

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