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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
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-Wie sich dann nachher herausstellt, das einzig leere Röllchen von den vielen, die ich noch in der Tasche habe. Er schaut mich an: ,, Warum haben Sie das denn in der Tasche?"" O", sage ich ,,, wir müssen immer die Tüten damit zusammenkleben, und damit sie nicht in der Zelle so herumliegen, habe ich sie halt zusammengeklebt und bei mir getragen!" Das ist Ihr Glück!", sagte er mit Betonung und wirft das leere Röllchen in seinen Papierkorb. Er unter­suchte nicht wie so naheliegend gewesen wäre- meine Taschen und ich atme erlöst auf. Aber nur für kurze Zeit. Denn dieser letzte Schreck war zu heftig für meinen Magen. Ich fühle auf einmal die dringende Notwendigkeit auszutreten. Das darf aber nun keineswegs geschehen, sage ich mir, weil ich von vergangenen Verhören weiß, daß bei solchen Ge­legenheiten immer eine Leibesvisitation vorangeht. Aber bald bin ich in fruchtlos innerem Kampf er­schöpft und sage: so Mutter, jetzt mußt Du es machen. Melde mich dann: Herr Th., ich muß austreten!" Und die Mutter macht es. Er schaut mich an und sagt dann zum gegenüberstehenden Beamten: ,, Füh­ren Sie ihn hinunter!" Vielleicht war es die erste Niederlage, die er eben erlebte, die ihn nicht weiter nachforschen ließ. So aber konnte ich nun durch das Klo der Gestapo meine gefährlichen Schriftstücke abschwimmen lassen. Als ich wieder zurückkam, war ich ruhig.

In diesem Verhör wurde mir allerdings zum ersten­mal die Möglichkeit, daß ich nach Dachau käme, klarer und tiefer. Als ich etwa um 1 Uhr in die UHA zurückkehrte, war ich von der inneren Aufregung völlig erschöpft und aufgerieben. Das machte sich in der ersten seelischen Depression, die ich im Gefängnis erlebte, bemerkbar. Ich rechnete da­mit, vor Ostern schon nach Dachau überführt zu werden, und die Karwoche stand stark unter diesem seelischen Eindruck. Dachau bedeutete ja die Hoff­nungslosigkeit während ich nach der Lage meines

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