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Gefangener der Gestapo / von Wilhelm Poiess
Entstehung
Seite
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wenn auch gut, so doch knapp. Bös wurden allerdings in diesen Tagen die Fliegerangriffe. Langsam steigerten die Engländer und Amerikaner die Wucht ihrer Tages- und Nachtangriffe. Wir wur­den bei solchen Angriffen einfach in unserer Zelle gelassen. Trotzdem war ich in diesen Zeiten sehr ruhig, ja, wir schliefen bei nächtlichen Alarmen un­gestört weiter.

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Das zweite Unangenehme während dieser Zeit waren die Verhöre bei der Gestapo , d. h. eigentlich hatte ich nur ein Verhör. Dieses aber wurde bös und zeigte wieder deutlich den Kampf zwischen dem Drachen und der Gottesmutter. Eines Tages wurde ich wieder in der grünen Minna" zur Lindenstraße geschafft. Ich dachte frohen Her­zens, holla, du bekommst Besuch. Darum war ich etwas leichtsinnig und habe nicht, wie ich es hätte tun sollen, vorher meine Taschen entleert. So trug ich in diesen Taschen einige zusammengerollte Pa­pierstreifen und darauf den ganzen Entwurf einer Schönstatt- Homiletik. Dazu war auch noch der kleine Bleistift in meiner Tasche. Ich hatte sorglos ohne Namensdeckung geschrieben und wenn diese Zettel einem Beamten in die Hand fielen, wußte er:

1. Er hat verbotener Weise einen Bleistift.

2. Er arbeitet in seiner Zelle, und zwar für Schönstatt. 3. Der steht mit der Außenwelt in Verbindung.

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Als ich in das Zimmer II B 1 eintrat das war das

Zimmer vom Gestapomann Th.- empfing mich anstatt der freundlichen Gesichter meiner Verwand­ten das wutverzerrte Gesicht des Gestapo - Beamten und gleich fiel er mit einem tollen Wutanfall über mich her: ,, Sagen Sie mal, was haben Sie da in Ihrem letzten Brief geschrieben?" Ich wußte nicht, was er meinte. Der Anlaß seiner Wut war ein kleiner, harmloser Satz. Er lautete: meine Verwandten soll­ten sich Trost schöpfen aus dem Philipper- Brief. Ich

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