Druckschrift 
Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
Seite
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XXVI

Durchs Turmhaus-

- zum Tore hinaus! Am 27. Februar 1945, vormittags 10 Uhr, erhielt ich eine Vor­ladung zur Politischen Abteilung".

Vorladungen zu dieser Behörde waren im allgemeinen nicht sehr beliebt. Sie konnten zwar eine bevorstehende Ent­lassung bedeuten, aber ebensogut alles andere. Häufig kam es vor, daß sich irgendein neuer Komplex zum Straffall ein­gestellt hatte, daß die nimmermüde Gestapo neues, natürlich meist belastendes Material aufgestöbert hatte und damit den betreffenden Häftling in neue Schwierigkeiten brachte. Hier auf dieser Politischen Abteilung saßen viele Jahre lang die rücksichtslosesten Beamten, die das Lager aufzubieten hatte, Menschen, die an Stelle eines sachlichen Ermittlungs­verfahrens die ihnen weit wirkungsvoller erscheinende und mit Hilfe von Peitschen und Ochsenziemern durchgeführte Erpressungsmethode setzten, daß ein Häftling, der vor dieses Tribunal geladen wurde, mit Recht als ein geschlagener Mann" zu bezeichnen war. Später, etwa im Jahre 43, machten sich auch hier mildere Sitten bemerkbar, und da die Politische Abteilung außerdem auch alle den Wehrdienst betreffenden Angelegenheiten zu bearbeiten hatte, wiegte ich mich in der stillen Hoffnung, daß es sich nunmehr bei dieser Vorladung um etwas derartiges handeln möge. Diese Hoffnung trog nicht.

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Ein SS- Unterscharführer der Dienststellenleiter der Ab­teilung eröffnete mir kurz, daß ein Stellungsbefehl für mich vom Wehrbezirkskommando Bernau bereits im Sep­tember des vergangenen Jahres eingelaufen sei und daß das Reichs- Sicherheitshauptamt mich zum Heeresdienst frei­gegeben habe.

,, Ihrer Entlassung steht somit nichts mehr im Wege. Ich mache Sie jedoch darauf aufmerksam, daß eine Nichtbefol­gung des Stellungsbefehles oder ein wehrwidriges Verhalten,

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