Druckschrift 
Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
Entstehung
Seite
189
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ten Existenzrechts längst entblößten Macht wie eine lästige Katze erwürgt zu werden. Wer von uns wagte in dieser Zeit noch zu schlafen? Wie soll ich das Grauen jener Nächte schildern, in denen wir stundenlang in die drohende Stille des Dunkels hinauslauschten, um bei jedem Geräusch, das etwa das Klirren des großen Gittertors oder der Motor eines Kraftwagens verursachte, aufzufahren wie in einem Fieber- rausch, geschüttelt von einer furchtbaren Ahnung, daß nun- mehr der graue fensterlose Todeskarren in das Lager rollte, um seine Fracht, von der wir nicht wußten, aus welchen Opfern sie diesmal bestehen würde, aufzunehmen.

Einige von uns wechselten jeden Abend ihre Schlafstätte in der törichten Hoffnung, dem sinnlosen Schicksal zu entgehen. Andere bewaffneten sich mit irgendeinem schweren Gegen- stand, da sie nicht kampflos fallen wollten und entschlossen waren, ihr Leben nur um den Preis eines anderen zu ver- kaufen.

Cette nuit peut-etre!Diese Nacht vielleicht! las ich einst an der Wand im Dormitorium eines Trappistenklosters, und dieser drohende Spruch stand in unsichtbaren Lettern über dem Bett eines jeden von uns.