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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
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XVII

Der Mord an 18 000 Russen

,, Station Zett"

Im Hochsommer des Jahres 1941 kamen russische Kriegsge­fangene ins Lager. Sie waren bei den Kämpfen im Osten der Waffen- SS in die Hände gefallen. Sie brachten viele Tote mit, Kameraden, die auf dem Transport gestorben waren. Aber auch die Lebenden befanden sich in einem trostlosen Zustand, sie hatten gehungert und alle Entbehrungen durch­litten, die der Krieg dem gefangenen Soldaten auferlegt. Es waren an die zweitausend Mann, die nun in zwei leeren Baracken innerhalb eines besonderen Gevierts der Straf­kompanie untergebracht wurden.

Kurz zuvor hatte die ,, Bauleitung Oranienburg der Waffen- SS und Polizei" den Auftrag erhalten, auf dem Industriehof des Lagers ein Gebäude zu errichten, dessen Raumaufteilung und Inneneinrichtung bei unseren im Baubüro tätigen Häftlings­Architekten einige Verwunderung erregte. Durch die Zimmer­leute, die an der Aufstellung des Gebäudes beteiligt waren, erfuhren wir bald Genaueres über seine Beschaffenheit. Eine provisorische Grundrißzeichnung, die uns einer der Hand­werker anfertigte, ließ uns über den Zweck dieses Bauwerks nicht länger im unklaren.

Zu derselben Zeit, da wir uns in der Verborgenheit eines Werkstattwinkels mit dem Studium dieser Planskizze be­schäftigten, rollten vier LKWs in den Industriehof, deren jeder eine merkwürdige Maschine anlieferte: vier mächtige heizkesselähnliche Apparate aus grauem Metall mit Feue­rungstüren, großen backofenartigen Verschlußklappen, Ven­tilen und Druckmeßgeräten; auch über den Zweck dieser Ma­schinen konnte bei näherer Betrachtung kein Zweifel be­stehen. Wir ahnten, daß etwas Außergewöhnliches bevor­stand.

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