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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
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telte, dann war dies ein Sieg für uns alle. Man konnte alles Wir mit uns machen, aber nicht alles dadurch erreichen. starben alle nicht gern, aber wir zeigten keine Furcht vor dem Tode, in welcher Form er uns auch zugedacht war. Darum gaben wir auch in dieser Sache der Lagerführung keine Gelegenheit, uns Feiglinge zu nennen. Das war nicht der ,, Trotz der Kommune", wie gewisse Leute das zu bezeich­nen pflegten, da sie selber zu minderwertig waren, um zu begreifen, daß es über alle politischen Probleme hinaus eine erhaltende Moral gibt, die zu hüten der wahre Mensch gerade dort am nötigsten hat, wo ein gesetzloser Zustand herrscht und alle Laster, deren die Menschheit fähig ist, zu finden sind. Wir hatten Verräter und Schurken unter uns ich bedaure, es sagen zu müssen aber gerade aus diesem Grund mußten die, die keine waren, und es waren glücklicher­weise die meisten, sich ein eigenes Gesetz schaffen. Und in dieses Gesetz, das jeden Verstoß durch eine sehr harte, aber unerläßliche Folgerung entsühnte, fiel die Pflicht der Bereit­schaft, für sich selbst und damit auch für die anderen gerade­zustehen, bis zur letzten Konsequenz.

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Es gab Helden unter uns, die ihre Treue mit dem Leben bezahlten, nicht um andere zu töten, sondern anderen zu nützen. Ihnen bin ich diese Feststellung schuldig.

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