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hielten den Auftrag, sich gegenseitig in den Schnee einzugraben. Da die Kleidung der Zugänge, sommers wie winters, in nichts als dünnem Drillichzeug bestand viele von ihnen hatten weder Socken noch Fußlappen war eine gesundheitliche Schädigung unausbleiblich. Was die Lage der Studenten verschärfte, war der Umstand, daß der Kommandant des Lagers, der SS- Oberführer Hermann Loritz, sie ganz besonders gefressen" hatte, wie er sich selbst auszudrücken pflegte. Hätte man ihn gefragt: weshalb? wäre er jedenfalls in Verlegenheit geraten, denn außer den allgemeinen und reichlich platten Anschuldigungen, die von den Nazis gegen die Tschechen vorgebracht wurden, gab es wohl keinen die deutschen Maßnahmen rechtfertigenden Grund, Aber was fragten Erscheinungen wie Loritz und Konsorten nach ,, Gründen"!
Dennoch gelang es ihnen nicht, die ihrer Meinung nach so lebensuntüchtigen„ Intelligenzler" aus der Fassung zu bringen. Die jungen Leute erwiesen sich keineswegs als verzärtelte Muttersöhnchen. Sie bissen die Zähne zusammen und stellten an allen Arbeitsplätzen ihren Mann. Sie übten eine vorbildliche Kameradschaft und nahmen jede Gelegenheit einer gegenseitigen Förderung nach besten Kräften wahr. Um nicht ganz aus den Bahnen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit gedrängt zu werden, besorgten sie sich Bücher und vermieden in fördernder Erkenntnis aller dem Lagerleben eigenen Wesenszüge jede innere und äußere Vernachlässigung. Bald hatten sie das von oben gegen sie gehegte Vorurteil besiegt. Sie rückten in die besten Stellen, die das Lager zu vergeben hatte, ein, sie waren als Architekten, Vermesser und Rechner im Baubüro, als Konstrukteure in den technischen Betrieben, später auch als medizinische Fach- und Hilfskräfte in der Pathologie und im Krankenbau tätig. Zur besseren Unterhaltung als der im Lager üblichen, gründeten sie einen Gesangschor und ein Streichquartett; beide Gruppen bildeten jahrelang Höhepunkte aller Veranstaltungen im Lager. Alte slawische Volkslieder, liturgische Gesänge und Chöre neuerer Komponisten erklangen in großer Reinheit und Stimmfülle,
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