Einrichtungen und Gliederung des Häftlingslagers
Ehe ich über die Ereignisse des nächsten Tages, des Tages unserer Aufnahme in das Lager, spreche, will ich zum besse- ren Verständnis meines Berichtes einiges über die inneren Einrichtungen und Verhältnisse des Häftlingslagers aus- führen.
Die Gesamtzahl der im April 1940 im KL Sachsenhausen Inhaftierten belief sich auf rund 10 000 Menschen. Außer den rein politischen Häftlingen— etwa 4000— gab es eine größere Anzahl von sogenannten„Berufsverbrechern“, Menschen mit kriminellen Delikten, die in den meisten Fällen eine Reihe von Vorstrafen, hauptsächlich Zuchthausstrafen, aufzuweisen hatten; ferner„Asoziale“, kurzweg„Asos“ genannt, worunter arbeitsscheue Elemente, Zuhälter, Spieler, Trunkenbolde und Zigeuner zu verstehen waren, Alle diese Häftlinge trugen auf der linken Brustseite ihres Gewands eine Markierung in Gestalt einer Nummer und eines kleinen Stoffwinkels, der bei den politischen rot, bei den Berufsverbrechern— oder„Be- vauern“, wie man sie nannte— grün und bei den Asos braun, später schwarz war. Neben diesen drei Hauptzruppen gab es noch Angehörige der„Vereinigung internationaler Bibel- forscher“ mit einem violetten— und Personen, die sich gegen den 8 175 vergangen hatten, mit einem rosa Winkel. Die Juden trugen eine Art„Davidstern“, den sie im Staate Adoif Hitlers später auch in der Öffentlichkeit tragen mußten. Weitere Winkelkombinationen dienten zur Unterscheidung der ausländischen Häftlinge, deren Zahl zu Beginn und im weiteren Verlauf des Krieges ständig im Wachsen war. Der rote Winkel unter der Nummer kennzeichnete den Tschechen, die Nummer rechts, den Winkel links getragen— den Polen ; ein„U“ zeigte an, daß man es mit einem Ukrainer, ein„N“,
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