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Nacht und Nebel : ein Sachsenhausen-Buch / Arnold Weiss-Rüthel
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gute halbe Stunde, bis das Gittertor mit dem Spruch ,, Arbeit macht frei" sich hinter der letzten einmarschierenden Kolonne geschlossen hatte und der Abendappell begann.

Dieser Appell, der den Zweck hatte, die Gesamtstärke des Lagers festzustellen, dauerte zwei volle Stunden. Ob die Länge dieser Zeit bedingt war durch die rechnerische Leistung des Rapportführers Nowacki oder ob auch hier die schnöde Absicht mitwirkte, diese von der Arbeit todmüden Menschen nicht zur Ruhe kommen zu lassen ich wußte das damals noch nicht. Später wurde ich davon überzeugt, daß beide Gründe maßgebend waren.

Es ging schon auf acht Uhr, als an jenem Abend endlich das erlösende Signal ertönte und die Blocks" sich nach ihren Baracken in Bewegung setzten.

Wir, die wir noch immer am Tor standen, wurden eine halbe Stunde später von einem Unterscharführer nach einer leeren Baracke geführt, in der wir, auf dem Boden liegend, wie erschlagen, frierend und vom Fieber der Aufregung ge­schüttelt, unsere erste Lagernacht verbrachten.

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