daß man es mit einem Norweger zu tun hatte. Außerdem gab es Dänen, Angehörige der baltischen Randstaaten, Jugoslawen, Rotspanier, Italiener, Russen, Franzosen, Belgier, Luxem- burger, ja sogar Neger.
Eine weitere Kategorie waren die sogenannten Knochen- männer, ehemalige Angehörige der SS, die hier zu einer Art Strafkompanie zusammengefaßt waren. Ich weiß nicht, wel- cher Vergehen sich diese Leute schuldig gemacht hatten. Sie trugen keine Häftlingskleider, sondern die SS-Uniform, jedoch ohne Abzeichen, falls man nicht die gekreuzten Knochen auf dem Kragenspiegel als solche bezeichnen will. Sie lagen auf einem eigenen Block, waren von jeder Arbeit befreit, erhielten eine bessere und reichlichere Kost als wir und erfreuten sich einer Reihe anderer Vergünstigungen, die ihre Art zu leben in einem auffälligen Gegensatz zu der unseren stellte. Ein Ver- kehr zwischen diesen Häftlingen und uns fand nicht statt. Wir betrachteten sie als SS -Leute, die sie ja auch waren, und der Umstand, daß sie kraft irgendeiner Bestimmung ihrer eigenen Gesetze im Augenblick daran gehindert waren, ihre Funk- tionen als SS -Angehörige auszuüben, war kein Anlaß, sie als Kameraden anzusehen. Sie hatten auch kein Interesse an uns, denn sie standen nach wie vor auf der Seite der SS, die sie in verschiedenen Fällen auch zu besonderen Dienstleistungen heranzog und mit ihnen sehr freundschaftlich verkehrte. Eine Zeitlang gehörten sie mit zum Kommando Feuerwehr, später — etwa um 1943— verschwanden sie ganz aus dem Lager.
Ihnen gleichgestellt waren die Ehrenhäftlinge, die Zivil ohne
, jede Markierung trugen, im Zellenbau wohnten und ein Ge-
haben zur Schau trugen, das den Abstand zwischen ihrer und unserer Welt auffällig betonte; wobei freilich nicht festzu- stellen war, ob sie ihre Haft als eine Ehre ansahen, oder ob die Gestapo es sich zur Ehre anrechnete, sie verhaftet zu haben.
Alle diese Häftlinge waren, die Ehrenhäftlinge ausgenommen, nach Haftkategorien verteilt, auf insgesamt etwa 40 Wohn- blocks— so hießen die Baracken— untergebracht, so daß jeder Block von durchschnittlich 250 Insassen bewohnt wurde, Später, als die Zahl der Häftlinge beständig zunahm, änderte
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