e
e
י
e
r
1
5
e
I
Damals war sie uns beiden schon wahre Mutter. Hüterin meines ersehnten Weibes!
Wir sprachen nicht lange. Auf einmal ging die Tür auf und Elfchen trat vor mich hin.
Ein lautloser, fester Händedruck.
Kein Wort vermochte ich über meine Lippen zu bringen. An ihrer linken Hand strahlte stolz der Verlobungsring.
Willst du mir trotzen? Dein Kommen ist ja offener Widerspruch zu diesem kindlich- netten, fraulichen Eigen! Was soll der Ring? Diesen Liebsten hattest du doch schon längst vergessen, dir der Gedanke kam, mich aufzusuchen!
als
Nun bist du wieder dort, wo du angefangen. So zuckte es mir durch Gehirn und Mark. Kurz hielt ich Elfi den Lebenswandel, den sie in Graz geführt hatte, vor. Stark wollt' ich sie nicht treffen, außerdem hätte ich ihrem Mütterchen weh getan. Auch mein Herz ließ es ja gar nicht zu. Welcher Mensch, der einmal wirklich gelitten, wäre imstande, dem anderen weh zu tun? Das kann nur einer, der nie Mensch war, nie Mensch wird. Eigentlich hat man anderen Menschen überhaupt nichts vorzuwerfen. Erst prüfe man sich selbst, dann schweige man, und wenn man sich selbst geprüft hat, werfe man sich seine eigenen Fehler vor.
Dem armen Ding vor der Mutter zu sagen, daß es schlecht gehandelt habe, war überhaupt ein Zeichen von Blödheit. Sie wußte ja selbst Bescheid, außerdem kündigte ihr Kommen den Willen zum Gutmachen an. Warum dann das Wesen lästern, vielleicht damit sein Vorhaben zerstören? Ihr Wille war Einsicht, ihr Kommen war die Reue!
Trotz allem merkten beide, daß ich nur aus Schmerz gesprochen, daß jedes Zürnen mir ferne lag.
Noch spät in der Nacht begleitete ich die lieben Gäste ins Hotel. Dort mußte nun der kleine Trotzkopf mit sich kämpfen! Wir verabredeten uns für nächsten Mittag im Hotel!
Wie versprochen, war ich da. Lautlos, ohne uns vorher ausgesprochen zu haben, küßten wir uns. Wem Gott einmal ein Herz versprochen, dem schenkt er es auch. Selig ist der Reigen alles Lebens, die Seele bist du, o Mensch.
Das Ringlein ließ ich ihr. Nie hätte ich es von ihrer Hand ge
nommen.
Wenn auch mein Gesundheitszustand traurig war, wurde doch durch das Wiederfinden meine Energie gekräftigt.
Einige Tage himmlischer Lust wurden mir durch sie geschenkt. Tage der Liebe, der Freude, ja, Tage meiner Neugeburt. Himmelwärts suchte nun meine Hoffnung einen neuen Weg. Kraft bezog meine Tiefe, Kraft erhielten Fleisch und Geist.
Die Vergangenheit soll mir eine Lehre bleiben.
183


