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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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so am schnellsten die Gegner des Nationalsozialismus vernichten könne. Meine Wut kannst du dir nicht vorstellen. Ich hätte diesem Schuft am liebsten die Gurgel durchgebissen! Wer aber vermag das, wenn dann darauf jeder zehnte Kamerad erschossen wird?

Alles das und die dahingegangenen Opfer zwangen mich eines Tages, Mut zu fassen und eine Handvoll Todesverächter um mich zu scharen, die sich mit Einsatz ihres Lebens verpflichteten, mit mir im gegebenen Augenblick dagegen aufzutreten. Da wir uns bis heute nicht schlüssig sind, wie man dem Gegner am besten auf den Leib rücken könnte, und da ich genau weiß, daß du, Peterl, in Dachau schon einmal mit Erfolg dagegen auftratest, komme ich nun zu dir und bitte dich, auch in deinem Kreis zu tun, was in deiner Macht steht, um endlich Hilfe oder Abwehrmöglichkeiten zu schaffen."

Walter erzählte weiter, daß es, so weit er informiert sei, we­niger an der SS als an der Lageraristokratie liege, die durch Interesselosigkeit und Feigheit dieses Unheil durch Verrat herauf­beschworen hatte.

Gerade im Revier konnte man das deutlich beobachten. Kreaturengesindel, das diesem Kreis angehörte oder sich als dessen Teil fühlte, brauchte weder Erlaubnis vom Lagerarzt Lagerarzt noch Unterstützung vom Lagerführer, um in das Revier zu kommen. Wo­gegen andere Kameraden, vom Lagerführer als gesund bezeichnet, vor dem Revier zusammenbrechend starben.

Blockälteste und Lagerälteste hatten auch täglich aus der Küche wie aus dem Revier das beste Essen und Zwischenmahl­zeiten, während selbst der im Revier Liegende verhungern mußte. So verschwanden drüben in der Ruhrkrankenabteilung plötzlich Butter und Milch, die den Genesenden verabreicht werden sollten. Man kann hier nur von solchen Genesenden sprechen, die auf ihrem Arbeitsplatz entweder Hervorragendes geleistet hatten oder durch Schiebereien mit ihren Vorgesetzten enge verbunden waren. Der gewöhnliche Arbeiter im Lager konnte weder von einem Revier sprechen, noch dasselbe in Anspruch nehmen. Er war verurteilt, neben seiner Schaufel zu verenden. In der Versuchsabteilung der Lungenkranken, die in zwei Abteilungen mit Medikamenten, bezw. mit Nahrungszuschüssen behandelt wurden, waren durch den Lager­ältesten und seine Clique Eier- und Speckrationen gehörig gekürzt

worden.

Auch das Verbleiben in solchen Abteilungen hing nicht vom Lagerarzt ab. So kam es vor, daß einige Kameraden mit Fieber an die Arbeitsstätte geschickt und die Lieblinge dieser Meute hineingesetzt wurden.

Ein Capo, der gerade in der Schusterei beschäftigt war, vermit­telte Ärzten und Unterführern Schuhe für die ganze Familie, und er durfte daher völlig gesund im Revier bleiben, so lange er wollte.

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