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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Schmach und Kulturschande, ist Zeugnis unserer rechten Kampf­führung, ist der Adelsorden, den der Himmel den Helden in größter Anerkennung schenkt.

Bald darauf leckten die Zungen der lodernden Flammen den Himmel. Die Toten aber schritten weiter und riefen uns, ehe gegen sie gegen den ewig blauen Thron stiegen, Mut und Kraft zu. Uns zu folgen ist deine Pflicht, lebender Streiter, Uns zu grüßen, größte Heiligkeit.

Unser Blut und Leiden sind die Fahne, um die ihr euch scharen müßt.

Unser Sarg ist dumpfe Trommel, die dich zum Sterben rufen wird.

Den Sieg tragen wir Bleichen über euch, Brüder. Der Tod haftet an der Fahne der Mörder!

Sie haben ihr Banner mit dem geschmückt, was sie uns waren und was sie treffen wird:

Das schwarze Ende ,, Der Tod!"

Eine Weile stand ich nun vor den Posten, die die Tore des Russenlagers streng bewachten. Oben, über dem eisernen Gitter, erhob sich die lange, weiße Tafel mit den schwarzen Lügenbuch­staben: ,, Kriegsgefangenenarbeitskommando!"

Nach langem Zögern faßte ich den Entschluß, um Eintritt zu

bitten.

,, Häftling Nr. 39.123 bittet gehorsamst, eintreten zu dürfen. Im Auftrage des Lagerarztes habe ich hier zu tun!"

Ohne mich einer Antwort zu würdigen, deutete der Posten mit seiner Hundspeitsche auf den Eingang. Ich öffnete und erschrak schon beim ersten Schritt. Durch ein Spalier von nackten Leichen führte mein Weg zum Eingang in das sogenannte ,, Lazarett"!

In einer Reihe zählte ich 56, in der zweiten 48 Kadaver, die teilweise an den Oberschenkeln, dem Gesäß zu, schon angefressen

waren.

Nun betrat ich die Baracke. Im ersten Raum, in den ich kam, kauerten auf dem Boden, im Kreis sitzend, elf nackte Russen. Der Anblick war niederschmetternd. Zu Skeletten ausgehungert, such­ten sie, langsam die Knochen bewegend, Läuse in ihren Habselig­keiten. Kein Wort bewegte ihre blassen Lippen. Ihr Gesichtsaus­druck wie ihr müder Blick waren nicht mehr von dieser Welt. Sie glotzten um sich und starrten mich aus ihren großen Augen an, als würden sie in mir ihr Ende sehen. Mit den Unterkiefern kauten diese Armen wie das Vieh nach der Mahlzeit.

Als ich den Capo fragte, warum diese Elenden so zugerichtet seien, schüttelte er die Achseln und klopfte den ihm zu Füßen Sitzenden leicht auf die Schulter.

,, Sie haben nichts zu fressen! Brennholz für unser Kremato­

rium!"

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