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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Da es natürlich durchwegs junge Leute waren und da man be­fürchtete, daß sie Kommunisten seien, wurden sie zur Um­schulung, wie man ihnen vorspiegelte, ins Lager gebracht.

Bekleidet wie wir, numeriert wie wir, gefangen wie wir! Genau wie uns hatte man sie von allem, was sie hatten, befreit! Junge, rüstige Burschen, die in einigen Monaten dem Hunger er­lagen. Schwere Arbeit und fast kein Brot.

Bei den Franzosen war es etwas anders. Sie waren alle aus einer uns benachbarten Kohlengrube, also Bergleute. Sie hatten dort gestreikt und die Arbeit auf kurze Zeit eingestellt. Warum? Ja, sie verdienten eben zu wenig.

Als die Deutschen in Frankreich einmarschiert waren, hatten sie die Löhne der Bergarbeiter gekürzt und längere Arbeitszeit an­geordnet.

Es war ganz einfach. Vorher war das Einkommen schon sehr kläglich und jetzt, durch die ,, Schützer" von Arbeit und Arbeitern, war es noch kläglicher als zuvor.

Eines Tages trugen sie ihre Schmach dem dort diktierenden Kommissar vor. Das Ende vom Lied?

,, Arbeiten und schweigen oder eingesperrt werden!"

Keiner konnte sich vorstellen, daß man sie gleich auf Jahre. hinaus verschleppen, ja, daß man sogar die Frauen internieren würde!

So waren sie zu uns gekommen, wo sie im Freiland arbeiteten. Für sie gab es von Anfang an kein Dach und keine Hilfe. Der Tod riß auch bei ihnen fürchterliche Lücken. Erst hielten sie sich, dann aber fielen sie, den Fliegen gleich, einfach um. Einer nach dem anderen verendete, grüßte noch Weib und Kind und verschied.

Unter den Holländern befanden sich zum Großteil Offiziere, Künstler und Studenten. Bei den Offizieren handelte es sich fast durchwegs um Seeleute, die in den Häfen gelegen waren und nach Holländisch- Indien hatten auslaufen wollen. Der Krieg überraschte sie. Die deutschen Truppen wollten von ihnen nichts, aber die Partei brachte sie wie Verbrecher hinter Schloß und Riegel. Daß natürlich ein Volk, das überfallen wurde, nicht gut auf den neuen Herrn zu sprechen war, ist klar! Erinnern wir uns nur an das Ende des Weltkrieges. Besetzung heißt natürlich nie Befreiung. Diese Meinung vertritt leider nur der Nationalsozialist.

Wo in Europa wurde jemand befreit? Die Ostmark? Von wem und wovon? Wir hatten erst seit der Befreiung Kommissare! Vor­her, finde ich, waren wir vollkommen frei. Und ehe der Nazi sich ins Innere einmischte und den Bürgerkrieg entfesseln wollte, waren wir noch freier!

In Holland das gleiche, und wo war es nicht so? In welchem Staate Europas regierte ein anderes Volk als das eigene?

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