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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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Diese Gruppe, sowie eine darauf folgende mit etwas intelli­genteren Menschen, wie dem Aussehen nach zu schließen war, mußten sich links vom Tor aufstellen und auf weitere Befehle warten. SS - Blockführer begleiteten die Kolonne. Sie waren mit Hunde­peitschen und Pistolen bewaffnet. Die vorherige Begleitmannschaft bestand ebenfalls aus SS, der Waffen- SS entnommen, ausgerüstet wie regelrechtes Militär mit Stahlhelm, Gewehr, Gasmaske und Brotbeutel. Sie blieb vor dem Eingangstor und übergab den Block­führern ihre bisherige Aufgabe.

Links vom Eingang, zirka 200 Schritte über den Platz, war das Lager für die Kriegsgefangenen. Über dem Eingang war eine weiße Tafel angebracht, die folgende Aufschrift trug: Kriegsgefangenen­Arbeitskommando. Ein öffentlicher Betrug!

Täglich kamen neue Kolonnen an und alle mußten in diesem verhältnismäßig kleinen Lager in nur ganz wenigen Blocks unter­gebracht werden. Woher kamen die Menschenmassen? Wohin brachte man dieselben? Sie konnten auf keinen Fall Platz haben!

Nun wurde von der Lagerleitung eine Wache zusammengestellt. Wer sollte die Wache sein? Zu unserem größten Entsetzen wurden ältere politische Häftlinge dazu bestimmt. Es waren solche, die seinerzeit irgendeine kommunistische Führerstelle bekleidet hatten. Komisch! Warum gerade die? Warum gerade Häftlinge? Allerdings hatten diese nur Außenwache. Sie wurden mit Prügeln be­waffnet und hatten sich zweistündlich abzuwechseln.

Wochen vergingen. Immer neue Kolonnen kamen dazu. Teile, Gruppen von zirka 300 Mann, stellte man ans Tor und führte sie später hinter die Mauer. Uns war ja längst klar, was mit ihnen geschah!

Die Russen, die von niemand verstanden und prinzipiell nur deutsch angesprochen wurden und deutsche Befehle erhielten, taten sich schwer und waren arm.

Verstanden sie etwas nicht, wurden sie so lange geschlagen, bis sie instinktiv entweder erraten hatten, was man von ihnen wollte oder endlich unter Prügeln zusammenbrachen. Jeden Morgen oder Abend, wenn man vorbei kam, sah man regelmäßig nackte Leichen vor den Fenstern liegen. Ja, noch mehr! Diese waren durch­wegs angefressen und mußten, um von den Hungrigen nicht ganz verzehrt zu werden, streng bewacht werden.

Fürchterlich sahen die Kadaver aus!

Der Blockführer stand mit einer Hundepeitsche zwischen den Baracken und jagte sie, die sich kaum noch auf den Füßen halten konnten, durcheinander. Niemand verstand ihn. Es war ein fürchteı­liches Chaos! Mitunter, wenn die Blockführer schlechte Laune hatten, schossen sie blind durch die Fenster in die Menge. Viele von den SU- Leuten lagen überhaupt nur mehr auf dem Boden und konnten sich nicht mehr von der Stelle rühren. Sie waren schach­

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