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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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recht. Jeder, der ihm nicht paßte, wurde auf Verlangen des Hohen Rates gehörig verprügelt.

Das kann lustig werden, dachte ich mir. Meine Kameraden fragten mich, ob es etwas zu rauchen gebe, was ich aber verneinen mußte. Auch Brot war bisher unerschwingliches Genußmittel.

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Ich zog die Uhr heraus, aber kaum hatte ich einen Blick darauf geworfen, kam schon so ein Unterweltler und fragte, was ich dafür haben wolle. Oder ob ich vielleicht sonst noch etwas hätte könne hier alles gut verschneiden, wie sie das Verkaufen nannten. Angst und bange konnte einem werden, wenn man diese Welt noch nicht kannte.

Auch das hereingebrachte Essen der Gefangenenverwaltung konnte vom Zellenrat beschlagnahmt werden. Hätte man sich ge­wehrt, wäre man bis zur Unkenntlichkeit geschlagen worden. Und hätte man sich gar erlaubt, eine Beschwerde bei den Aufsehern vorzubringen, wäre man nicht zuletzt auch noch bei diesen Herren gehörig in Ungnade gefallen. Der Aufsichtsbeamte war doch an beiden Händen gebunden. Also hieß es, gute Beziehungen anknüpfen mit der momentanen Regierung des Gefangenenhauses. Kam ein Beamter zum Dienst, der noch nicht für derartige Dinge gewonnen war, stiegen die Preise der Waren. Der Chef des Rates war ein netter Verbrecher, ausgepichter Nationalsozialist, der mit uns poli­tischen Kollegen natürlich keine große Freude hatte.

Um 7 Uhr gab es schwarzen Kaffee und dazu eine Schnitte Brot. Mittags Mehlsuppe und abends kam es wie morgens. Eine Stunde Spaziergang in einem schmalen Hof, in den das ganze Jahr keine Sonne scheinen konnte. Durch die kleinen Gitterfenster, die noch zur Hälfte mit einem Blechkasten verdeckt waren, hörte man einige Namen rufen. Die Rufer wollten wohl ihre Komplizen finden, die zufällig im Hofe auf Spaziergang waren!

Im Gänsemarsch marschierten wir im Kreis herum. In der Mitte hielt eine verbissene Galgenfigur mit Pistole Wache wie ein Tier­bändiger im Zirkus. Trostlos! Man hatte immer das Gefühl, nichts mehr zu sein.

Tage vergingen. Der Körper war wund gekratzt, der Hunger ge­stiegen und die Wut himmelhoch angeschwollen. Daraus kann nur Haß erwachsen, Haß gegen jene, die die Welt mit Lügen überschüt­teten. Haß gegen jene, die die Lüge zur Wissenschaft erhoben. Ge­gen die ,, Retter Europas". Reformatoren? Erbauer einer Kultur? Das sind ja unverantwortungsvolle Galgenfiguren! Diktatoren des Elends! Räuber seligen Idylls! Vernichter des Menschentums! Mit einem Wort: Berufsverbrecher!!

Und wir? Wir sind die Schutzhäftlinge, die man vor der Bevöl­kerung angeblich schützen will, damit sie nicht erschlagen werden! Das Volk würde uns ja angeblich zerreißen, wenn es uns in die Hände bekäme!

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