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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Menschlichen her näher kennen. Wir bekamen mit ihm innerlichen Kontakt, was eines Tages zwischen ihm und mir zu einer Aus­sprache führte. Bei dieser Gelegenheit konnte ich verschiedene Ungerechtigkeiten, die sich im Lager ereignet hatten, ihm zugunsten der Häftlinge vor Augen führen. Er zeigte Verständnis und bald spürte man im Lager eine bessere Stimmung.

Eines Abends, als der Lagerführer Ziel mich beim Schreiben einer Symphoniepartitur antraf, fragte er, welche Instrumente ich spiele, da er von früher wußte, daß ich die Geige beherrsche. Als er dabei die Frage aufwarf, warum man im Lager noch keine Musikkapelle organisiert habe, wies ich darauf hin, daß uns ein Klavier und die Möglichkeit fehlten, die nötigen Proben abzu­halten, und entwickelte auch zugleich einen Plan, wie und aus welchen Personen eine Kapelle sich zusammensetzen lasse. Er hieß meinen Vorschlag gut, verschaffte uns ein Klavier und er­laubte uns die Besorgung von Notenmaterial. Bald konnten wir ihm ein nettes Orchester vorführen. Proben wurden gestattet, und so oft von auswärts höherer Besuch kam, mußte dieses Orchester konzertieren. Für das ganze Lager war das von großer seelischer Bedeutung. Oft wurde es bei diesen Konzerten sehr spät und Block­führer, Kommando- und Lagerführer unterhielten sich mit uns, wo­durch die Fühlung immer enger wurde. Kurz, die Musik war auch hier der Schlüssel zu den bisher versperrten Innentüren der SS. Nicht lange gönnte mir das Schicksal diese schönen und in vielen Tausenden neuen Lebensmut weckenden, Trost spendenden Stunden.

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Mein ständiges Zusammentreffen mit Elfi gab den Anstoß. Man fürchtete in meinem Malkommando- so gab man mir gegen­über vor daß eines Tages das an sich harmlose Verhältnis auffliegen und das ganze Kommando in den Bunker bringen könne. So entstand zwischen mir und drei Kameraden meines Malkomman­dos eine Differenz nach der anderen.

Sämtliche Entwürfe, die von mir kamen, wurden nun abfällig kritisiert, was deutlich auf eine planmäßige Hetze wies. Ich stellte den Capo, warf ihm Verschiedenes vor und wies ihn zurecht. Er leugnete jedoch entschieden und beteuerte immer wieder, daß er nur in meinem, beziehungsweise in unserem Interesse mit dem Chef spreche.

Die Spannung zwischen uns wurde immer größer und das Arbeiten infolge der sich steigernden Angst immer unerträglicher. Durch die Verbindungen dieses Capos stieg und festigte sich seine Position und sein Kampf gegen mich wurde immer heftiger.

Der 1. Mai war gekommen. Elfi hatte erfahren, daß am- 2. Mai mein Geburtstag sei, und machte einen Bekannten aufmerksam, daß sie um 3 Uhr nachmittags ins Betriebsgebäude kommen und mir dort ein kleines Geschenk hinterlegen werde. Wenn sich eine

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