Druckschrift 
Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
Seite
87
Einzelbild herunterladen

diese ftline Prieste Tt, de Schäde

sterbe

So ve

sicht

Ang

elsorge

reiche wanger ng au

Kreu

en, wu

hat s

imme f. Son Prieste este di

fiele

ind an

, gin

ätte Gottes konn

oführe ng mo Wasser

Ende. E bleiben chtzette rieb die

nahm

e unter ie Plan Glocken

ne Bro

Heilige

es nicht

rzehren Kamera

ren de

mit de

Übersetzung ausländischer Pflanzenbücher beschäftigt war, der polnische Musikprofessor und Meistergeiger Kulavik und sein Freund, ein polnischer Architekt namens Kovalski. Letztere waren mit der Anlegung des Herbariums beauftragt.

Teilweise schämte ich mich vor den anderen Kameraden, wenn ich das Essen an der hungrigen Kolonne vorbeitrug. Umsomehr traf es mich innerlich, wenn vor meinen Füßen einer zusammenbrach, dessen Kadaver ich mit diesem gottverfluchten Fressen überschreiten mußte.

Täglich drängte es mich, das geliebte Maidlein zu sehen. Tausend Ausreden führten mich immer ins Freiland, um ihr Fenster zu sehen und hundert Vorwände führten mich in die Nähe dieser Kanzlei oder des Laboratoriums, in dem Elfi, so hieß die Maid, sich aufhielt. Auch mein Kamerad Cisniak hatte in der Sekretärin des Obersturmführers Vogt ein Liebchen und sein Glück gefunden.

Brieflein wurden nun getauscht, harmlos wurde getändelt, bis eines Tages da und dort unser Verhalten auffiel.

Sicher hatte ich Vorteile, die diese Situation nicht nur mir, sondern auch den anderen brachte. So trug ich Post, die von ihr aufgegeben oder für uns empfangen wurde. Auch Zigaretten und andere Dinge konnte man sich auf diesem Weg verschaffen. Aller­dings birgt ein solcher jugendlicher Rausch ungeahnte Folgen. Schöne Tage folgten. Sie gaben einem wohl innerlich Kraft, doch auch Entkräftung. Was schwerer wog, mußte man der Zeit und dem Zufall überlassen..

Die Anfangstage des Jahres 1941 brachten mir nur Glück und versetzten mich in berauschende Hoffnungen.

Es war der April gekommen. Eines Tages erklärte mir Ober­sturmführer Vogt, daß wir auf Grund unserer Leistungen vom Reichsführer SS Himmler zu Sonderhäftlingen ernannt worden seien. Vom Lager kam ein Blockführer, der uns eine violette Binde über­reichte. Wir mußten sie sichtbar am Arm tragen. Im Lager be­kamen wir zwei Zimmer in einem Block zugewiesen, die uns sechs Maler von allen anderen Häftlingen trennten. Wir hatten einen Ofen und ein eigenes Klosett, Tischtücher und Blumen im Tagesraum, Schlafstätten mit Leintüchern und Überzügen, weiße Betten und Waschgelegenheit. Wir durften unsere Haare wachsen lassen, mußten täglich rasiert werden und hatten dabei Gelegenheit, wöchentlich zu schreiben und Post zu empfangen. Wir wurden von keinem Menschen mehr angegriffen und waren selig.

Einerseits freute es mich, daß ich mich der Lagerführung gegen­über so durchgesetzt hatte, andererseits war es mir nicht recht, daß ich von nun an ein gehobenes Dasein gegenüber den anderen führen sollte.

Dieser Zustand hatte aber auch noch andere Vorteile. Der Lagerführer, der uns von nun an öfter besuchte und außergewöhn­lich freundlich war, wurde zugänglicher und lernte uns auch vom

87