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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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So wie Christus am Kreuz mit dem Schächer sprach und diesem die Leiter in den Himmel reichte, so sprachen die beiden Häftlinge. Zu solcher nie mehr erreichbaren Gottnähe führte der Priester, selbst an Händen und Füßen blutend, verhungert und verzerrt, dem Bereuenden die Leiden Christi vor. Er führte ihn über die Schädel­stätte, auf der einst Christus für seine Übermenschlichkeit sterben mußte, weil die Menschen dieser Erde ihn verfluchten. So ver­mochte der die Peitsche Spürende, Gottverlassene, in sich zu lauschen. Er, der noch vor einer Stunde seinen Bruder aus Angst um sein eigenes Leben bewußt übersah, dem brachte der Seelsorger die Seligkeit des Himmels näher, die der Gefolterte zu erreichen versuchte. Obwohl die beiden Häftlinge die Schaufeln schwangen, obwohl ihre sinkende Körperkraft sie bei jeder Bewegung auf­seufzten ließ, standen sie abseits. Sie stiegen den Berg der Kreuze hinan. Sie standen auf ihm, sie litten, bluteten und dürsteten, wur­den verhöhnt und flohen in eine andere Welt. Der Herr hat sie gerufen...

Immer mehr Beladene fanden sich bei dem Priester ein, immer ein anderer schaufelte neben ihm und niemand fiel es auf. Sonn­tags, wenn die Glocken aus den Fernen riefen, blickte der Priester gegen den Himmel und segnete verstohlen mit kleiner Geste die vor ihm liegende Erde, auf der die Menschen standen und fielen. Wenn die Dachauer Kirchenglocke ihr Geläute dem Wind an­vertraute, der es dann über unseren Häuptern erklingen ließ, ging der Priester mit einem kleinen Körbchen von Arbeitsstätte zu Arbeitsstätte und speiste mit gebrochenen Hostien die Gottes­hungrigen. Ich ging auf diesem Wege mit ihm. Als Capo konnte ich ihn gegenüber dem Blockführer und Arbeitskommandoführer mit verschiedenen Ausreden decken, und so war sein Gang mög­lich. Leider war es eines Tages, da er einem Sterbenden im Wasser­loch noch Trost gespendet hatte, mit seiner Tätigkeit zu Ende. Er mußte von nun an im Lager, und zwar im Priesterblock, bleiben.

Da lösten wir seine Aufgabe anders. Ich nahm die Beichtzettel der Häftlinge entgegen und überbrachte sie ihm. Er schrieb die Bußen darauf und am folgenden Sonntag um 4 Uhr früh nahm ich die Hostien aus seiner Hand entgegen. Ich barg sie unter meinem Häftlingsrock auf der Brust und ging damit auf die Plan­tage. Draußen, wenn durch das Sonntagsschweigen es im Glocken­turm durch alle Wipfel brummte, reichte ich das gebrochene Brot des Herrn stumm aus einem Körbchen den Wartenden.

,, Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen!"

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Mir ging es bereits bedeutend besser, nur brachte ich es nicht übers Herz, neben meinen Leidensgenossen das Essen zu verzehren, das ich für meine Malerei erhielt. Ich teilte es mit einigen Kamera­den, die ich in meinem Atelier untergebracht hatte. Es waren der ehemalige Bürgermeister von Wien, Richard Schmitz , der mit der

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