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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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00 Jahre Besuchte ein Häftling am Sonntag eine Messe, merkte man sich

e veralte seine Nummer. Er wurde dann zu besonders schweren Arbeiten aus

Träger um seiner Einteilung herangezogen.

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Die Priester hatten anfänglich den schwersten Stand, den man im Lager überhaupt haben konnte. Nun aber wurde ihnen die Außenarbeit verboten, sie mußten im Lager bleiben und brauchten nur Blockarbeiten zu verrichten. Allerdings hatten sie für Krankenblocks und Quarantäneabteilungen vor dem Appell um 5 Uhr früh im Laufschritt den Kaffee herbeizuschaffen. Das war keine leichte Arbeit, diese schweren Blechkübel, die für neunzig Personen Kaffee enthielten, zu zweit zu tragen. Dabei geschah es sehr oft, daß man im Laufschritt Kaffee ausschüttete und sich die Hände verbrühte.

Da sie also nicht mehr arbeiten mußten und auch ein besseres Essen hatten als alle anderen, stieg der Zorn der SS und ihrer Führung noch mehr. Man befahl ihnen Liegestunden einzuschalten, und zwar vor- und nachmittags. Nach jeder Liegestunde mußten aber die Betten peinlichst genau gebaut werden.

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Der Bettenbau war eine komplizierte Angelegenheit und eine der ausgesuchtesten Schikanen der SS. Kein Bett war ihrer Ansicht nach richtig gebaut, jedes wurde herausgeschmissen, und man mußte, statt etwa mittags zum Essen anzutreten, Bettenbau üben und lernen. Dadurch verlor man natürlich sein Mittagessen! er war ein Nur einem einzigen Priester aus Böhmen ganz junger Seelsorger gelang es, durch Angabe eines an­deren Berufes dem Capo gegenüber, auf der Plantage zu bleiben. Niemand wußte, daß er Pfarrer war und man hielt ihn für einen biederen Landarbeiter. Er war überall sehr gut zu gebrauchen und fiel wegen seiner Geschicklichkeit angenehm auf. Ich allein kannte sein Geheimnis und schob den guten Freund durch jede drohende Gefahr.

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Nun, da im Lager wieder Messe gelesen werden durfte, wollten verschiedene Katholiken auch beichten und kommunizieren. Im Lager selbst ging das nicht, und so suchte ich den jungen Priester für diese geheime Seelenarbeit zu gewinnen. Er willigte ein und es gelang uns, den Katholiken auf dieser Elendserde den Herrgott näherzubringen.

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Es war rührend, dem Seelsorger im gestreiften Kleid zuzusehen, wie er an einer Ecke vorsichtig das Gebäude beobachtend einem Häftling die Beichte abnahm. Das geschah während der die Schaufeln weiter Arbeit. Ohne Unterbrechung wurden geschwungen und Erde in großem Bogen über die Böschung ge­schleudert. Dabei sprachen die beiden Menschen über Seele und Gott. Nicht mehr wie im Beichtstuhl, wo der Beichtende beschämt seine Augen schließt und mit gesenktem Haupt seine Vergehen bekennt, wo der Seelsorger mehr zeremoniell ihm gegenüber sitzt und den Herrgott um Vergebung bittet.

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