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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Ich brach langsam zusammen. Draußen schmolzen Schnee und Eis.

Im späten Sommer war es gewesen. Da war eines Tages der Verwalter mit Skiern ohne Bindung gekommen, die ich auf den Brettern anbrachte. Damals schon pulste es in mir, als ich erfuhr, daß sie ihr gehörten.

Jetzt tauchte in mir die gleiche Sehnsucht auf. Sie beschleunigte meine Pulse, wenn ich sie auf den Brettern in nebliger Ferne vor­überhuschen sah. Nicht die Weite trennte mich von ihr- der Stacheldraht riß das Herz entzwei, der mir die Möglichkeit nahm, ihr den übervollen Becher meines Sehnens zu reichen.

Ich mußte bei meiner Palette bleiben und war an Tod und Ende gebunden...

Zum Wahnsinn trieb mich ihre Lebenslust. Eifersucht bohrte mir tiefste Wunden. Hunger fraß mir Kraft und Fleisch, Weh grub Furchen in mein Gesicht. Tränen rannen über meine Wangen. Allein ich trug Farbe um Farbe auf mein Brettchen.

-

Wann, Herr, schenkst du mir die Stunde? Soll ich welken wie tausend andere? Welken? Das hieße deinen Odem verneinen!

Vorüber waren die Feiertage, Jahreswechsel. Jede Stunde schlich boshaft, schmerzsäend dahin. Ich fühlte, sah den von ihr nicht gewollten Schlag, der mich dennoch traf. An Herz fehlte es. Fehlte es nicht, würden die Menschen ihr Leben nochmal so lange leben!

Nehmt so ein trauliches, aufblühendes Wesen in eure Hände, öffnet das Leben. Was findet ihr? Schönheit, die zur Herrscherin wird! Der Busen breitet sich gleich einer Blüte und will empfangen. Vorerst aber empfangen werden! Bestaunt, umworben, zuletzt be­siegt sein!

Trotz aller Einsicht, ungeachtet aller begreiflichen Menschlich­keiten, vermochte ich den Schlag nicht zu überwinden.

Die Tage raubten meine Brüder, oft zwanzig bis dreißig in zwölf Stunden. Völlig vernichtet, mußten manche Kameraden auf Schub­karren ins Lager gebracht werden. Dann noch Appell und nachher - vielleicht- Ruhe. Nein, es ging nicht mehr! Einige riefen nach Frauen, Kindern, dann erlöste sie der Tod. Viele in der Kolonne Marschierende fielen aus ihren Reihen.

,, Auf geht's!", rief der Hintermann. Selbst er torkelte nur mehr. Weiter, weiter!

,, Geht nicht!" Und schon lag der Kadaver im Straßengraben. Noch einige Fußtritte vom Posten. Der Kommandoführer probierte noch seine Stiefel an den Rippen des Gefallenen aus.

mit!"

,, Geht nicht mehr," lallte der Liegende.

,, Ein faules Schwein bist du, verfluchter Hund!" ,, Geht nicht-"

-

,, Verreckter Hund! Capo, nimm das Schwein im Schubkarren

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