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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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,, Recht hast du, Hans! Aber halt' die Wellen eines Flusses auf!" Es nahte der Abend. Nikolaus wollte wieder Einkehr halten. Da fiel mir im letzten Augenblick etwas Wunderbares ein. Unten, im Glashaus, gab es Sträucher zum Besenbinden. Aus denen ein Rütchen gebunden, mit silbriger Farbe bemalt und ein das war das Richtige. Gedacht, rotes Bändchen draufgemalt getan. Nur brauchte ich für alle Kanzleien eine Rute, sonst fiel

es auf.

-

Ihr, der Liebsten, noch ein Kärtchen dazu gesteckt, das der mir gut gesinnte Posten übersehen mußte!

Gefährlich war es. Das Leben stand auf dem Spiel, aber es mußte gelingen!

Hastig fertigte ich fünfzehn Ruten an. Eine besonders behutsam für sie. Jetzt noch einen Verwalter, der unten Dienst versah, über­reden. Auf keinen Fall durfte er merken, worum es ging. Es gelang. Er kam zu mir, nahm die Ruten und ging.

Am nächsten Morgen erfuhr ich zu meinem Entsetzen, daß er die Rute als sein Geschenk übergeben hatte. Verflucht!

Das Kärtchen warf mein Posten vom M.- G.- Turm der Holden, die auf dem Weg nach Hause war, zu. Es verriet, wie ich später erfuhr, seine Herkunft!

Ein zweiter Verwalter, der mir sehr gewogen war, nahm mich eines Tages mit in das Laboratorium, wo ich das Mädel sehen sollte. Vor Feude konnte ich nicht weiter malen. Aber wie sah ich aus? Kahl geschoren, das gestreifte Kleid des Verbrechers auf dem Leib und unter dem Herzen die Nummer 78. Da gehörte Liebe dazu! Doch -frisch gewagt ist halb gewonnen.

Mir klopfte das Herz bis zur Kehle, als wir vor der Tür des Labors standen. Ich stellte die Pflanzen weg, die ich pro forma mit­genommen hatte und klopfte leise und zaghaft an. Eine freie Stimme sagte ,, Herein!" Ein schmuckes, blondes Ding saß am Labortisch und verzehrte lustig und beineschwingend einen Apfel.

Sie unterhielt sich fröhlich mit dem Verwalter. Ich sprach vor­erst kein Wort, beguckte sie, versuchte, einige Worte hervorzu­stammeln, und schwieg wieder.

Erst später fragte sie mich, ob ich wüßte, wo das Kärtchen her­gekommen. Es müsse vom Atelier stammen, da es nur dort solches Papier gebe.

Erst schämte ich mich, dann aber gab ich es doch zu. Mit etwas strengerer Stimme erklärte sie, es sei eine Gemeinheit, daß der Posten ihr so etwas zugeworfen habe. Ein erleichterter Seufzer ver­ließ darauf meine tiefste Seele.

,, Ach, bin ich froh," dachte ich ,,, daß es doch nicht er ist. Wenn auch ich es noch lange nicht bin, ist es so doch bedeutend besser! Wie aber nun weiter?"

,, Und die Rute?", fragte ich verlegen wie ein Mädchen. ,, Bekam ich vom Verwalter", war die Antwort.

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