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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Der zu Boden rollende Pinsel unterbrach mein Wandern. Ich erschrak, kalt lief es über den Rücken.

Seid ihr Toten in meinem Atelier? Mahnt ihr mich? Eigenartig ist dies Gefühl...

Habt ihr mir etwa in der Ferne mein Großmütterchen geraubt, das verlassen am Fenster sitzt und näht? Laßt sie mir, ich will sie wiederfinden! Geht das nicht, dann nehmt mich still von hier! Male, Verrückter, mahnt ein Chor...

Der Capo schlug an sein Eisenrohr. Es war Mittag. Alles rannte zur Kolonne. Sie mußten gezählt werden. Dann ging es fort. Nur ich und meine Maler, die im Nachbarraum waren, wir arbeiteten weiter.

,, Posten auf befohlener Stelle", gröhlte der draußen vor der Tür. Es waren Posten mit Gewehr, die uns bewachten. ,, Auf die Türen! Wollen sehen, ob ihr arbeitet!" ,, Jawohl", lautete meine Antwort. Ich pflegte das laut und weg­werfend zu sagen. Dabei verfluchte ich den bezahlten Mordgesellen. Da hörte ich Schritte sich meinem Fenster nähern. Wer mochte das sein? Zuerst kam ein großer Bernhardiner, dann ein holdes Ding.

Gibt's doch nicht, Verrückter!

Doch! Ein Maidlein war's. Ein wunderschönes, blondes Kind! Ein Christkindengel! Helfender Himmel, hast du die Wolken von dir gejagt? Blüht uns endlich Freiheit? Die Stunde hemmte den Schlag in meiner Brust.

Ja, es war ein Weib voll Jugend! Sie schritt still und mit ge­senktem Haupt ihrem vierbeinigen Beschützer nach.

O, wäre sie mein gewesen in dieser Stunde

gestorben! Das Herz pochte in meiner Brust...

-

ich wäre gern

Male! Verrat' dich nicht, es kann dein Leben kosten...! Phantasie schenkte mir eine Zukunft.

Ich warf die Farben wüst aufs Brett und umarmte dabei in Ge­danken das Dingelchen in meiner alten Heimatgasse.

-

Ein paar Augenblicke stand mir der Himmel offen dann ver­schlang der Flockenreigen das liebe Bild.

Wie schön wäre es gewesen, unterm Lichterbaum mit ihr im Strahl der Kerzen eine Träne des Glücks zu weinen! Fraulichkeit, dein Bild hat Gott mir in die Brust gelegt.

Woher kamst du? Wohin gingst du? Ich fühlte wieder mein

Herz...

Eine neue Stunde schlug

Du wirst deinen Odem durch die Hölle tragen, am Ende lacht dein Mund den Satan aus! Ich will alles zwingen.

...

Es vergingen Wochen, bis ich feststellen konnte, wo dieses herrliche Ding sich aufhielt. Dann erzählte mir ein wohlgesinnter Posten, wie er das Mädel zum besten halte. Er sehe sie öfter ins Dorf fahren, kenne ihre Wohnung, habe schon oft mit ihr gesprochen.

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