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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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Damals glaubte ich, meine letzte Stunde zu erleben. Ich wurde aus irgendeinem Grund eines Morgens glatt in den Bunker gesperrt, in dem ich 14 Tage brummte, ohne vernommen zu werden, ohne zu erfahren, weshalb man mich eingesperrt hatte. In diesen 14 Tagen bekam ich nur zweimal Essen, dafür bei der Entlassung 25 Doppel­schläge mit dem Ochsenziemer. Sie trafen mich so unglücklich, daß sie meine Nieren verletzten, so daß ich über ein Jahr an den Folgen litt.

Trotz allem wurde in diesem Jahr viel geleistet und für unser Kommando ein kolossaler Vorsprung geschaffen. Mein Atelier wurde vom Adjutanten Hitlers , von Himmler , Reichssäckelwart Schwarz und vielen anderen Persönlichkeiten des In- und Aus­landes besucht. Dabei gab es stets zahlreiche Bestellungen, die uns wohl freuten, die aber nichts eintrugen. Wäre damals nicht zufällig Himmler gekommen, wären aus den 14 Tagen vielleicht dreimal soviel geworden. Allerdings konnte niemand mir die 25 Schläge herunternehmen und was 25 Doppelschläge für einen Menschen bedeuten, will ich später genau schildern.

Der Sommer neigte sich langsam seinem Ende zu. Der Herbst begann sich leise bei Baum und Strauch anzumelden. Viele Men­schen waren dahingegangen, viele waren gekommen und die Frucht begann zu reifen. Auch wir wurden herbstlicher. Das Menschliche in uns wurde schwach, Hoffnungen schliefen lang­sam ein und immer größer wurde das Bangen um unser Leben. Die Bäume rauschten, die Felder blühten, die Erde prangte voll Frucht und Reife. Der Schnitter sah über die Felder und freute sich der kommenden Ernte.

Das Jahr 1940 neigte sein Haupt.

Wir aber warteten inmitten einer verfluchten Menschheit auf ein Lichtchen, das uns die unheilschwangere Finsternis der Zukunft erhellen sollte..

Der zwölfte Monat hauchte langsam sein Leben aus. Nebel stiegen über das Moor und Flocken tanzten ihren Winterreigen. Hungrig, müde lehnte ich am Fensterbalken. Meine Kehle würgte das Elend. Teilnahmslos wanderten meine Augen über die kahle,

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