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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
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schwiegen bekannt war, meinen Plan. Dann gingen wir uner­schrocken an die Durchführung, die nach Rücksprache mit den an­deren führenden Häftlingen aller Parteien mir übertragen wurde. Ich zögerte nicht und richtete in den Außenkommandos einen weit­verzweigten Nachrichtendienst ein, der uns über das Geschehen draußen auf dem laufenden halten sollte. Dazu mußten auch in Reparaturwerkstätten, Waffenmeistereien, Fabriken, SS - Unter­künften und in sonstigen Lagern Nachrichtenstellen eingerichtet werden. In jedem Block wurden also Gruppen aufgestellt, die die Organisierung der Verläßlichsten durchführten. Es waren kaum drei Tage nach dieser Besprechung vergangen, da hatten wir in der Feinmechanikerwerkstätte eine regelrechte Auslandabhorchstation eingerichtet, die uns täglich und stündlich die Nachrichten aller Aus­landsender übermittelte. So unglaublich es klingen mag, ich hatte das Glück, diese Organisation in kurzer Zeit auch in die Formationen der SS - Bewachung zu tragen. Dadurch war für einen größeren Kreis von Häftlingen ein schriftlicher Verkehr mit der Außenwelt möglich. Jeder wollte doch endlich wissen, was daheim los war. Im Arbeits­kommando auf der Plantage war es uns leicht, durch unmittelbaren Verkehr untereinander rasch vorwärtszukommen und auf die maẞ­gebenden Capostellen die Fähigsten zu bringen, die die Aufgabe hatten, die vorgesetzten SS - Stellen mit allen Mitteln zu zersetzen und zu unterminieren.

So hatte bald der eine oder andere einen andere einen Blockführer als Freund: der Capo der Tischlerei den Verwalter, da er illegal verschiedene Möbel liefern konnte, während die Capos vom Glashaus, vom Bau und die vom Lagerplatz über Gemüse, Zement und Koks verfügten. Ich selbst hatte meine Posi­tion beim Obersturmführer Vogt beträchtlich gefestigt und genoß alle Vorteile, die ein Häftling nur wünschen konnte. Sämtliche Befürwortungen, die ich ihm vorlegte, wurden blind unterschrieben und wurde einer geschlagen oder drohte ihm Arrest, genügte eine Intervention bei meinem Chef, um die Angelegen­heit sofort zu bereinigen. Allerdings stieg mit meinen Bravour­stückchen nicht nur die Verantwortung. Auch der Verfolgungswahn wuchs und brachte mir sorgenvolle Stunden und Tage. Bald benahm sich einer unvorsichtig oder es drohte ein kleiner Streit zwischen Häftlingen, der zu großen Auseinandersetzungen, oft sogar bis zum Verrat führen konnte. Kurz, mein Kopf steckte von 24 Stunden meist 20 in der Schlinge. Mir war es oft auch nicht gelungen, wenn es hätte sein müssen, über eine Postenkette ins andere Kommando zu kommen. So ließ ich mich beim Teetransport zwischen den Säcken verpacken. Im Anhänger fuhr ich dann in den anderen Arbeits­bezirk, um mich mit den verantwortlichen Kameraden in Verbindung zu setzen.

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