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Turm A ohne Neuigkeit : Erlebnis und Bekenntnis eines Österreichers : ein Komponist, Maler und Schriftsteller schildert das KZ / Anselm J. Grand
Entstehung
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hatte den Anfang bald überwunden und auch Jahre hätten mich nicht unter die Erde bringen können.

,, Mein Fleisch können sie haben- Knochen und Geist bleiben bei mir", behauptete ich immer wieder. Wenn ich gefragt wurde, wie ich mich im Lager eingelebt habe, wiederholte ich diesen Satz.

Von Schreiben, Komponieren oder Musizieren war natürlich keine Rede. Man dachte an nichts und stand auf dem Appellplatz wie eine Säule. Allen Wölkchen, die dem Süden zueilten, gab ich Grüße mit. ,, Grüßt mir die Lieben in der Heimat, sagt ihnen, daß ich hier stehe. Sollte ich nicht mehr wiederkehren, laßt meine Zeilen, die ich hinterließ, erzählen von schwer verlebten Tagen und Stunden. Sie werden euch mehr sagen, als ich imstande wäre, wenn ich zu euch sprechen könnte. Lebt wohl, die ihr draußen auf mich wartet...!"

Am nächsten Morgen, es war etwa 5 Uhr, nach dem Appell, als Bettenbau und Geschirreinigung erledigt waren, hatte die Angst sich etwas gelegt, da der Appell glimpflich abgelaufen war.

,, Neuzugänge heraus!"

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Wir mußten rechts vom Tor Aufstellung nehmen und leuchteten als Karikaturen( Neuzugänge) schon wegen unserer auffallenden Bekleidung Hosen zu kurz und zerrissen, Blusen zerdrückt, neu gewaschen, Winkel und Nummer bereits aufgenäht, ängstlich wie überall heraus. Jeder Blockführer, der durch geschlagene Hunde das Jour- Tor kam, blieb breitbeinig stehen, grinste und kam dann langsam zu uns. Er fing sich einen nach dem anderen mit den Worten: ,, Du Vogel, komm' mal heraus!", aus der Einteilung, beschimpfte und bespuckte uns, trat uns mit seinen harten Stiefeln zu Boden, und ohr­feigte den und jenen, bis er müde war und ging.

Das dauerte ewa 3 Stunden. Immer wieder kam so ein Schurke, um an uns seine Kräfte zu erproben. Endlich erschien ein Lager­läufer. Er führte uns über den Appellplatz in die ersten zwei Baracken rechts von der Lagerstraße ins Revier. Dort standen wir wieder eine Ewigkeit. Jeder Mithäftling, der vorbeikam und uns ansprach, lächelte, weil wir ihm kaum antworteten, wenn er uns eine Frage zuflüsterte. Wir trauten uns einfach nicht! Das, was wir bisher gesehen und verspürt hatten, war ausreichend! Drei, vier Untercapos dieses Reviers kamen mit Listen angelaufen, riefen unsere Namen, worauf wir laut ,, Hier!" zu antworten hatten, und verschwanden eilig. Blockführer sausten auf Rädern daher, traten uns in die Seite und machten sich so die Bahn frei. Ein anderer ließ uns eine halbe Stunde wippen oder auf dem Bauch kriechen und ohrfeigte uns.

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Wir sahen Kranke und solche, denen Hände oder Füße amputiert werden mußten. Menschen, wie man sie wohl nirgends auf der Welt finden kann. Sie fragten uns durch das Fenster der Baracke, woher wir gekommen und warum wir da seien. Jeder, der uns ansprach, er­zählte uns kurz seinen Kreuzweg in diesem Lager. Ein Gruseln lief jedesmal über unsere Rücken, wenn wir daran dachten, daß wir erst

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