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Nachdem drillte man uns noch mit den gemeinsten Sportarten, bis auch wir vor Erschöpfung nicht mehr konnten. Die Stunden wurden zur Ewigkeit. Um 11.30 Uhr rückten wir zum Mittagessen ein. Nach Betreten des Speisesaales versuchte jeder so schnell wie möglich einen Tischplatz zu bekommen um sich von den Strapazen zu erholen. Das Essen zu sich zu nehmen, waren die Wenigsten in der Lage. Nach dem Essen trat wieder das ganze Lager kompanieweise im Hof an. Der Standartenführer Schmidt hielt eine Ansprache und erklärte uns, daß wir im Lager wären um eine Umschulung durchzumachen. Was seine Worte nicht verrieten, sagte uns sein zynischer Gesichtsausdruck. Am Nachmittag hatte sich jeder seinem Kommando zu stellen und die Wiederholung des Vormittags begann. Die Posten waren durch ein neues Kommando ersetzt. Durch strengen Exerzierdienst und Lieder einüben wurde der Nachmittag verbracht.
Ich hatte Gelegenheit in die Nähe eines besonderen Arbeitskommandos zu kommen, welches damit beschäftigt war, Steinschotter zu schlagen. Dieses Kommando setzte sich ausschließlich aus jüdischen Häftlingen zusammen. Über dieses Kommando wurde in der Unterkunft schon viel erzählt. Beim geringsten Auffallen konnte man mit diesem Kommando strafweise Bekanntschaft machen.
Kurz vor dem Einrücken in die Unterkunft wurden wir durch den Kommandoführer nochmals so gedrillt, daß die Hälfte des Kommandos liegen blieb.
An diesem Abend wurde ich beim Melden zum Austreten vom diensthabenden Posten beauftragt, 100mal den Geburtsort und das Geburtsdatum Hitlers aufzuschreiben. Dieser Posten, der als ganz besonders brutal bekannt war, ließ nach Herzenslust seine sadistische Veranlagung an uns Häftlingen aus. So ließ er u. a. die Einzelnen so lange mit vorgestreckten Armen in die Hockstellung gehen, bis sie umfielen, oder ließ die Hände in's Genick legen, mit der Nase gegen die Wand stellen, wobei er mit seinem Seitengewehr immer an der Nase vorbeifuhr.
Nachdem sich alles auf Befehl zu Bett begeben hatte( in dem Schlafsaal waren 800 Häftlinge untergebracht), begann bei düsterem Licht der Kontrollgang des diensthabenden Posten. Dieser Posten ließ sich von dem Einen oder Anderen die Füße zeigen, schickte sie dann durch den Schlafsaal zum Waschen der Füße. Pantoffel oder etwas zum Überziehen für die Füße gab es nicht. Der Häftling mußte also die 50 Meter bis zum Waschraum auf dem Zementboden des Schlafsaales hin- und zurückgehen. Selbstverständlich wurden die Füße immer wieder schmutzig, und so wurde der Häftling immer hin- und hergejagt. Auf diese Art vertrieb sich der Posten seine langweiligen Wachstunden und nahm uns Häftlingen die wohlverdiente Ruhe. Als
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