In der Mitte des Saales befand sich eine Wachstube, welche mit einem hochgelegenen Podium versehen war und einen Überblick über den ganzen Saal bot. Es fehlte nicht an den modernsten Waffen. An der Tür stand wiederum ein SS- Posten. Ich fragte einen Kameraden, wo ich austreten könne. Selbiger brachte mir schnell die Verhaltungsmaßregeln für das Passieren des Postens bei. So gut es ging, versuchte ich beim Türposten meine Meldung zu machen, und bat darum austreten zu dürfen. Ich machte nicht, wie vorgeschrieben, die Kehrtwendung. Sofort wurde ich zurückgerufen und der Posten schnitt mir mit seinem Seitengewehr sämtliche Knöpfe meines Mantels ab mit der Bemerkung, diese innerhalb von 10 Minuten wieder anzunähen und ihm eine entsprechende Meldung zu machen.
Am Abend bekamen wir unser Essen, welches den damaligen Verhältnissen entsprechend gut war. Nun konnte man sich mit dem Einen oder Anderen unterhalten und dabei wurde festgestellt, daß alle Schutzhaftbefehle den gleichen Inhalt hatten. An diesem Tage sind ungefähr 700 neue Häftlinge eingeliefert worden. Für diese Massen waren die Unterkunftsmöglichkeiten noch nicht eingerichtet. Die erste Nacht wurde auf einem Strohsack verbracht. Die Erlebnisse dieser Tage haben sich in mein Gedächtnis eingegraben und werden mich mein ganzes Leben begleiten.
3. Kapitel: Harte Tage
Am nächsten Morgen um 5 Uhr wurden wir geweckt. Ein Gerenne nach dem Waschraum setzte ein. Jeder mußte sich vorschriftmäßig zum Waschen abmelden. Im Vorraum standen eine Reihe Kameraden, die ihre Strafübungen durchführen mußten. Alle waren wir der Willkür des Postens ausgesetzt. 6.20 Uhr mußten wir auf dem Hof antreten. Dort wurden wir in Kompanien aufgeteilt. Jede Kompanie hatte einen Gefangenen- Feldwebel und einen Scharführer der SS als Vorgesetzten. Es begann die Einteilung zu den verschiedenen Arbeitskommandos. Diejenigen, die das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten, wurden einem Sportkommando zugeteilt, wozu auch ich gehörte. Die einzelnen Arbeitskommandos wurden durch SSPosten zu ihren Arbeitsplätzen geführt, wohingegen wir unter einem besonderen SS- Kommando nach dem Sportplatz marschieren mußten. Sofort begann es mit Laufschritt und Auf- und Niederlegen. Wir wurden solange gedrillt, bis ein Teil von uns vor Erschöpfung liegen blieb. Diejenigen, die noch stark genug waren, wurden gezwungen, die Erschöpften mit sich zu zerren, bis das Sportfeld an dieser Stelle aussah wie ein aufgepflügter Acker.
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