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dich die Hälfte der Leute kennt und wo sich eine ganze Meute von Provokateuren konzentrieren kann. Und doch haben wir Jahre ausgehalten, und doch gibt es Genossen, die schon das fünfte Jahr von der Gestapo unentdeckt unterirdisch leben. Das ist deshalb, weil wir viel gelernt haben. Aber es ist auch des- halb, weil der Feind wohl mächtig und grausam ist, aber nicht viel mehr kann als zerstören.
Es sind drei in der Abteilung II-A 1, die den Ruf der härtesten Unterdrücker des Kommunismus und das schwarzweißrote Band für Standhaftigkeit im Kriege gegen den inneren Feind haben: Friedrich, Zander und„mein Kommissar‘ Josef Böhm. Von Hitlers Nationalsozialismus sprechen sie wenig. Soviel, wie sie selbst wissen. Sie kämpfen nicht für eine politische Idee. Sie kämpfen für sich selbst. Jeder auf seine Art.
Zander— ein winziges cholerisches Menschlein, weiß viel- leicht am meisten von Polizeimethoden, aber noch mehr vom Geldgeschäft. Auf einige Monate wurde er von Prag nach Ber- lin versetzt, aber er bettelte sich die Rückkehr aus. Der Dienst in der Reichshauptstadt war für ihn eine Degradierung— und ein finanzieller Verlust. Ein Kolonialbeamter im dunklen Afrika oder in Prag ist ein mächtiger Herr und hat mehr Gelegenheit, in die Bank einzulegen. Er ist fleißig, untersucht gern beim Mittagessen, um seinen Fleiß zu zeigen. Und er hat es nötig, ihn zu zeigen, damit man nicht sieht, daß er außeramtlich noch fleißiger ist. Wehe dem, der in seine Hände gerät, aber doppelt wehe dem, der dabei zu Hause ein Einlagebuch oder Wert- papiere hat. Er muß in der kürzesten Zeit sterben, denn Ein- lagebücher und Wertpapiere sind Zanders Leidenschaft. Man hält ihn für den fähigsten Beamten— in dieser Richtung.(Er unterscheidet sich darin von seinem tschechischen Helfer und
Dolmetsch — Smola—, der ein Gentleman-Räuber ist: er ver- langt nicht das Leben, wenn er Geld bekommt.); Friedrich— ein langer, magerer, brauner Typ mit bösen
Augen und einem bösen Lächeln. Er kam schon etwa im Jahre 1937 als Gestapo -Spitzel in die Republik , um die deutschen Ge- nossen in der Emigration erledigen zu helfen. Denn seine Lei- denschaft sind Tote. Er kennt keine Unschuldigen. Wer die
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