könnte, in der sie sich ein wenig lächerlich Mutterl und Vater! nannten! Und sie fand wieder nur einen einzigen Weg: die Ar- beit fortsetzen, für sich und für ihn arbeiten.
So saß sie noch in der Neujahrsnacht 1943 allein beim Tisch mit seiner Photographie auf dem Platz, wo er zu sitzen pflegte, und als es Mitternacht schlug, stieß sie mit seinem Glas an, auf seine Gesundheit, daß er zurückkehren, daß er die Freiheit er- leben möge.
Einen Monat später war auch sie verhaftet. Viele vom Vier- hunderter zitterten. Denn sie war eine von jenen, die die Ver- bindung mit draußen aufrechterhielten.
Sie sagte kein Wort.
Sie folterten sie nicht mit Schlägen, sie war zu schwer krank
und wäre ihnen unter den Händen gestorben. Sie folterten sie viel ärger: mit Vorstellungen.
Einige Tage vor ihrer Verhaftung war ihr Mann zur Arbeit nach Polen fortgebracht worden. Jetzt sagten sie ihr:
— Schauen Sie, dort ist's ein schweres Leben. Auch für Ge-
sunde. Und Ihr Mann ist ein Krüppel. Er wird es nicht aus- halten. Er geht dort irgendwo ein, Sie werden ihn nie wieder- sehen. Und wen werden Sie sich dann suchen, Sie, in Ihren Jahren! Aber seien Sie vernünftig, sagen Sie uns, was Sie wissen, und wir bringen ihn Ihnen sofort zurück.
... Er geht dort irgendwo ein, Mein Pepik! Der Arme! Und wer weiß, was für eines Todes! Die Schwester haben sie mir umgebracht, den Mann bringen sie mir um, ich bleibe allein, ganz allein, wen könnte ich mir noch suchen, ja, in meinen Jahren... Allein, verlassen bis zum Tod... Und ich könnte ihn retten, sie würden ihn mir zurückbringen... ja, aber um diesen Preis? Das wäre schon nicht mehr ich, das wäre schon nicht mehr mein Vaterl...
Sie sagte kein Wort.
Sie verschwand irgendwo in einem der namenlosen Transporte
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