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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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führen. Am nächsten Tag erscheint er mit einem Dol­metscher in den Abendstunden zu einem halb dienst­lichen, halb privaten Besuch.

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Und welches ist nun Ihr Wunsch für das wei­tere Geschehen? Wie denken Sie sich Ihr Schicksal?" ,, Kapitän, ich möchte zu den Amerikanern. Ich muß nach Deutschland , so schnell es irgend geht. Da ich weiß, daß Sie darüber nicht entscheiden können, bitte ich Sie, mich nach Valenciennes zu bringen. Dort mag man beschlie­Ren, was mit mir werden soll." ,, Nun gut, morgen komme ich mit einem Auto und hole Sie ab. Gute Nacht." Im Hinausgehen läßt er mir durch den Dolmetscher noch sagen: ,, Glauben Sie, in mir haben Sie einen Freund." Am nächsten Morgen erscheint pünktlich der Wagen mit dem Kapitän und einem Begleiter. Schwer fällt uns der Abschied, denn keiner weiß, ob ich wieder zurückkehre. Die Nachbarschaft, die keine Ahnung hat, warum wir fahren, vermutet, daß ich verhaftet bin und lästert hin­ter mir her. Mich läßt es kalt. Nur die Familie Morival dauert mich, sie werden jetzt keinen leichten Stand haben. In Valenciennes angekommen, suchen wir die Spezial­abteilung für Ausländer auf. Den Inhalt des geführten Gespräches verstehe ich nicht, aber nach kurzer Zeit wen­det sich der Chef der Abteilung in einwandfreiem Deutsch an mich.

,, Nach dem, was mir der Kapitän sagt, betrachten wir Sie als einen Freund Frankreichs . Er fährt mit Ihnen jetzt zur Kaserne, dort erhalten Sie einen Ausweis und können sich dann bewegen, wie Sie wollen."

,.Ich danke Ihnen, aber mir ist damit nicht genügend ge­dient, daß ich mich frei bewegen kann. Ich möchte einer amerikanischen Abteilung überwiesen werden, um recht schnell nach Deutschland zu gelangen. Sie können sich wohl vorstellen, daß wir, die wir aus den Lagern kom­men, dort gebraucht werden."

,, Nun, fahren Sie erst mal zur Kaserne. Das weitere wird sich finden."

So ganz geheuer ist mir die Sache nicht, aber was soll ich in meiner Situation machen?

Die Kaserne bietet ein buntes Bild. In Scharen strömen Zivilisten durch das Tor. Alle wollen sie eingekleidet sein. Jeder will helfen, die letzten deutschen Truppen

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