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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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Seite
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vom französischen Boden zu verjagen. Da der zuständige Offizier nicht anwesend ist, werde ich einem Sergeanten übergeben. Dann verabschiedet sich mein Begleiter. ,, Ich komme morgen früh vorbei, vielleicht kann ich Sie dann wieder mitnehmen!"

Hat nun der Sergeant falsch verstanden, hat der Has­noner Kapitän schlecht berichtet, die Ereignisse ent­wickeln sich anders als ich es mir vorgestellt habe. ,, Allez!" Mit diesen Worten werde ich einer Zelle zuge­führt. Was nützt mir mein Protest, es versteht keiner Deutsch, und ehe ich meine französischen Brocken an­bringen kann, hat sich die Tür hinter mir geschlossen. - Nun bin ich wieder drinnen. Das alte vertraute Milieu, welches ich jahrelang ausgekostet habe. Sieben Schritte hin, sieben Schritte her. Es besteht kein Unterschied zu den deutschen Zuchthauszellen. Fenster sind nicht vor­banden. An den Wänden haben sich viele Vorgänger verewigt. Ab und zu öffnet sich die Tür, und ein blut­junger Zivilist mit einer Riesenpistole überzeugt sich, ob ich mich nicht etwa in Nichts aufgelöst habe.

Am Nachmittag erscheint endlich der Sergeant und führt mich vor. Und jetzt geht es schneller als erwartet. Nach kurzem Vortrag schon halte ich ein Papier in den Hän­den, welches mich in Zukunft schützen soll. Lesen kann ich es nicht, aber der große Stempel imponiert auch mir. ,, FFI!" Viele politische Parteien bestehen augenblicklich in Frankreich . Hier in Nordfrankreich ist ,, FFI"( genannt Fifi) dominierend, und der Stempel gibt mir Sicherheit. ,, Sergeant!"

Nach einigen Minuten ist ein Dolmetscher zur Stelle. ,, Möchten Sie bitte den Sergeanten fragen, was nun ge­schehen soll? Morgen werde ich erst nach Hasnon zu­rückgeholt. Augenblicklich habe ich Hunger. Wo kann ich für diese Nacht schlafen, wo kann ich etwas essen?" ,, Ah bon!" Lächelnd nimmt mich der Sergeant beim Arm und zieht mich mit sich. In einem großen Eẞsaal das gleiche Bild wie am Kasernentor. Überall drängen sich Männer, zum Teil eingekleidet, zum Teil noch in ihren eigenen Anzügen. An der Essenausgabe erklärt mein Be­gleiter einem Mädel, daß ich jederzeit etwas zu Essen bekommen kann. Deutsche Kriegsgefangene, welche die

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