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Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
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den Kleinsten die Straße entlang. In der Annahme, daß ich eventuell abtransportiert werde, bitte ich den neben mir stehenden Wächter, die drei begrüßen zu dürfen. Dann trete ich zu ihnen.

,, Nun, Jenny?" Weinend erzählt sie mir, daß Georges seit Stunden nicht zu Hause ist. Der Offizier, der hier die Leitung übernommen hat, humpelt eben vorbei. Jenny überfällt ihn mit einem aufgeregten Wortschwall. Ich verstehe gar nichts, was sie ihm sagt. Nur Brocken blei­ben bei mir haften.

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,, Allemand Georges Willy Patriot Konzen­tration" Eilends kommt der Wächter, der leidlich deutsch spricht, die Stufen herab. Als Dolmetscher über­setzt er mir die Bedingungen und Wünsche des Chefs. ,, Wir können heute nicht prüfen, ob Ihre Angaben auf Wahrheit beruhen. Sie haben aber am Vormittag gezeigt, daß Sie keinen Verrat üben. Geben Sie Ihr Ehrenwort, daß Sie sich nicht aus Morivals Haus entfernen, so kön­nen Sie jetzt mit der Frau mitgehen."

,, Sagen Sie bitte dem Offizier, ich danke ihm für sein Vertrauen und werde morgen früh wieder hier sein." ,, Das ist gut, kommen Sie wieder her. Noch eins, die ganze Familie Morival wird als Geisel erschossen, wenn Sie flüchten." ,, Ich denke nicht daran, mich heimlich zu

entfernen."

Ein fester Händedruck, und, die beiden Kinder zur Seite, gehe ich mit Jenny. Wie anders schauen mich jetzt die Menschen an. Ich spüre, ich bin einer der ihren geworden. Nach längerem Suchen finden wir endlich auch Georges. Die in der ersten Erregung aufflammende Unbehrrscht­heit der Franzosen kennend, hatte er sich erst mal ver­steckt, bis ich klären konnte, daß ich kein deutscher Sol­dat, sondern ein Konzentrationär bin.

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Drei Tage geht es nun. Morgens zur Bürgermeisterei, abends zurück zum Hause. Ein Franzose geht mit mir ein Glas Bier trinken, der andere läßt mich erneut ver­haften. Eine einheitliche Führung gibt es doch nicht. Noch nicht. Auf die Dauer ist dieser Zustand nicht er­träglich. Mit meinem täglichen Wächter, der übrigens ein Verwandter Morivals ist, einige ich mich, nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Dafür schreibe ich dem Offizier, er möchte mich einer höheren kompetenten Dienststelle vor­

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