Druckschrift 
Die Flucht : als KZ-Flüchtling durch fremdes Land / Willy Kreuzberg
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen

erstehe ich,

ein kleines arten, bis er forschend einem Blick

oll ich ver­tung. Von

doch vom gleich am mpierte. aufen. Auf­weiß nicht, Hand und

hle.

1

Das

aus Schilf. Schilfbün­Und doch, die Behau­ung abhebt.

Metern Ent­

e ist längst al reinsetzen

en.

useinander­

einen guten ag zugehen.

Die ganze Gesprächs­macht noch t außerdem reiem Felde.

cer im deut­ideale Fleck,

die erst hier

ht mehr ge­us der Rich­wird er mir

-

-

zu sagen haben? Kann ich bleiben, oder muß ich weiter ins Ungewisse? Und ich bliebe doch so gerne. Da steht er am Eingang der Hütte und strahlt über das ganze Gesicht. Strahlt, als hätte er eine ganze Welt zu verschenken. Dann packt er aus. Da erscheint ein kom­plettes Mittagessen mit Bier, Kartoffeln, Suppe, Brot. So­gar ein kleines Stück Fleisch ist nicht vergessen. Dabei sieht der gute Kerl selbst sehr ärmlich aus. Mit einem Mordshunger falle ich über das Essen her. Geld, das ich ihm anbiete, wird stolz abgelehnt.

Hätte ich doch früher nur die französische Sprache er­lernt. Wir sitzen uns beide gegenüber, kauderwelschen jeder in seiner Art, nicken mit den Köpfen, als gäbe es in der Verständigung überhaupt keine Schwierigkeiten. Dabei versteht einer den andern nicht. Soviel begreife ich, daß er mich nicht fortschickt. Und damit habe ich Zeit gewonnen.

-

-

So verliege ich nun den langen Nachmittag. Monsieur Morival so nannte sich mein Gönner ist nach dem Essen fortgegangen. Ich komme in Versuchung, ihm Ver­trauen entgegenzubringen. Angenehm warm ist es in dem kleinen Quartier. Aus Heu habe ich eine feine Lagerstelle zusammengescharrt. Für einige Zeit könnte ich es hier aushalten. Außerdem sieht es aus, als möchte die Schönwetterperiode beendet sein. Tief hängen graue, schwere Regenwolken am Him­mel. Heute wird mich wohl niemand mehr stören. Lang­sam lagert sich die Dämmerung über das Land. Ich schätze die Zeit zwischen zwanzig und einundzwanzig Uhr. Grad will ich mein Nachtlager zurechtmachen, da höre ich draußen eine Stimme.

,, He, Monsieur!"

Wer kann das sein? Wer weiß von meinem Hiersein außer dem Gönner Morival? Ein Griff zur Rechten überzeugt mich von dem Vorhandensein des handfesten Knüppels, den ich für alle Fälle zurechtgelegt habe.

Es ist tasächlich Morival. Er kommt in Begleitung seiner Frau, und bringt mir ein Abendbrot.

Raum ist in der kleinsten Hütte. Wir sitzen eng beiein­ander unter dem Schilf und suchen Verständigung. Ich fühle mich nach Tagen zum erstenmal wieder sicher und geborgen. Mein ganzes Mißtrauen ist wie weggeblasen.

43