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Augen waren dunkel vor schmerzlicher Entrüstung. Noch immer mit erhobenem Revolver fuhr der jüngere SD.- Mann ihn an: ,, Sie sind Robert Jordan aus Mün­ chen geben Sie das zu?" Er stieß beim Sprechen stark mit der Zunge an, was ihn zu ärgern schien. Wie Raubvögel stießen seine kalten grauen Augen auf ihr Ziel zu.

Der Kommissar am Schreibtisch wollte nochmals ein­lenken. Ein solcher Auftritt schien ihm doch für ein­heimische Gepflogenheiten zu brüskoder regte sich in ihm eine Spur Bewußtsein von der Schande, der er sich und sein Land preisgab...? Jedenfalls runzelte er die Stirn und begehrte mit dem Stimmfall des Hausherrn von den Nazis: ,, Das ist ja von ihm längst zugestanden worden also tun Sie endlich Ihre Schießeisen weg, es greift Sie doch niemand an, zum Teufel... und setzen Sie sich, meine Herren, setzen Sie sich doch! Wozu solch dramatisches Auftreten?"

Mit einem kurzen Blick des Einverständnisses ver­senkten die SD.- Leute ihre Pistolen in die Rocktaschen, lehnten aber den angebotenen Stuhl ab, sehr zum Un­mute des Kommissars, der sich die Szene mehr als einen gemächlichen Kaffeehaus- Plausch ausgedacht haben mochte.... Noch bevor die Eindringlinge weitersprechen konnten, hielt Bert ihnen ebenso scharf, wie deren An­rede gewesen war, die Frage entgegen: ,, Was wollen Sie von mir?"

,, Das werden Sie sich wohl denken können: wir haben Sie nach dem Reich zurückzubringen, von wo Sie wider­rechtlich entkommen sind!"

,, Und noch viel widerrechtlicher wollen Sie nun eine Festnahme und Verschleppung auf fremdem, neutralem Boden vornehmen sind Sie sich dessen bewußt?"

Ein geringschätziges Lächeln verzog das blutleere Gesicht des Nervösen zu einer Grimasse. ,, Es gibt in Europa keinen Boden, auf dem wir nicht unseren Zugriff hätten, Herr das sollten gerade Sie eigentlich wissen!" Er sagte dies noch ziemlich hochfahrend, aber doch schon merklich aufgetaut. ,, Und wenn ich mich

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