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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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ist Jordan, Hochwürden, Oberst Jordan- wissen Sie Bescheid? Lassen Sie sich durch die SS. - Uniform nicht irreführen, sie ist nur ausgeliehen!"

Das ist alles, was er keuchend herausbringt, heraus­stößt, denn die Kehle ist ihm wie eingedorrt.... Jetzt, von diesem Augenblicke, hängt noch einmal alles ab, seine ganze weitere Zukunft, lieber Himmel! Und bis jetzt hat der Männerkopf da droben, dessen Konturen Bert ja nur annähernd erkennen kann, noch keinen Laut von sich gegeben... es ist, als ob er noch mit sich kämpfe, einen Zweifel über die Person, die da unten steht, in sich niederringen muß-- wer, wer sagt ihm denn, daß es der richtige ist, den er erwarten soll, um ihn gegen den Feind aller und der Kirche ganz besonders Schutz zu nehmen?

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Wer gibt ihm die Gewähr dafür! Die Uniform des Wartenden am allerwenigsten aber wozu lange sinnieren und raten? Was kommen soll, kommt doch! Wir alle stehen in Gottes Hand, also willfahren wir dem Einlaẞbegehrenden, mochte sich der Priester schließlich denken. In leisem Flüsterton ruft er hinunter: ,, Im Namen der Barmherzigkeit kommen Sie herein! Ich schließe Ihnen sofort auf, aber leise bitte.

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Der Kopf verschwindet. Binnen kurzem dreht sich ein Schlüssel im Schloß der Eingangstür, und ein graues, regungsloses Gesicht erscheint im Türspalt, umbuscht von einem Wald silberweißer Haare. Förmlich schnau­bend vor Erregung ruft der Pfarrer Bert an: ,, Kommen Sie, eilen Sie, es ist höchste Zeit, ich mache mich schon für die Frühmesse fertig!"

IM PFARRHAUSE.

Ohne Antwort, nur mit einem Kopfnicken und einem Lächeln des Einverständnisses folgt ihm Bert und schlüpft durch die Spalte ins Innere des Hausflurs. Eine derbe knochige Hand ergreift in der Dunkelheit seine Rechte und zieht ihn daran vorwärts, eine Treppe auf­

27 Conrady, Amokläufer.