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dennoch ein starkes Unbehagen in ihm... gewiß ,, die Einsamkeit ist ein dichter Mantel', erinnert er sich an das Spinoza - Wort,, und doch friert das Herz unter ihr'.
Bert erfährt in dieser Stunde, wie recht der empfindsame Philosoph mit dieser Feststellung hat. Hinzu tritt die seelische Abspannung, die über ihn kommt, die Ungewißheit über das endgültige Gelingen seiner Flucht, Hoffnung und Sorge Sorge und Hoffnung, alles, was ein Menschenherz berühren kann, überflutet nun den wartenden Mann im Dunkel des Gesträuches.
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Er sieht zum Himmel auf und zieht saugend die Luft durch die Nüstern. Wieder zieht ein Nebelmorgen herauf. Schon beleuchtet melancholisches Morgenlicht ganz diffus die Konturen der nahen Häuser. Auch der frische Luftzug kündet schon den Tagesanbruch an ... da rafft sich Bert zusammen. Die nervöse Erschlaffung kann er jetzt nicht brauchen, potzblitz! Nun wartet er bereits über eine halbe Stunde umsonst, es muß nun definitiv etwas geschehen!
Resolut schiebt er alle Hirngespinste beiseite und geht auf das Eckfenster des Erdgeschosses zu, um mit gekrümmtem Finger nachdrücklich an dessen Scheiben zu klopfen. Wartet, wartet nichts! Zum nächsten Fenster klopfen, warten, wieder nichts! Das dritte Fenster, das vierte, alle, eins wie das andere, verharren in stiller Ruhe. Verzweifelt zwingt sich Bert zur Geduld und tritt an das letzte der Fenster heran, überlegend, ob ihm dann, wenn auch hinter diesem sich nichts rührte, nur noch das Mittel bleibe, eine der Scheiben einzuschlagen.
Da schrickt er zusammen. Im oberen Stockwerk öffnet sich mit leisem Klirren ein Fenster, aber ohne daß ein Lichtschein nach außen fällt es öffnet sich, läßt einen Männerkopf sich hinausbeugen und auf den Wartenden da unten herabschauen.. Berts Herz macht einen gelinden Freudensprung. Er nimmt rasch die schwarze Schildmütze ab, die ihm ohnehin zu klein ist, und ruft gedämpft nach oben: ,, Mein Name


