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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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kann er ständig zum Dienst gehenden Scharführern be­gegnen, die sich untereinander natürlich genau kennen und denen er dann auffallen müßte, er besonders, der dem ganzen Lager bekannt ist.

Da sieht er, an der Einmündung der Waldstraße in die breite, betonierte Aufmarschstraße der Siedlung, ein Fahrrad stehen, angelehnt an die Mauer eines Villen­gartens... ein reguläres Velo, das irgendein leichtfertiger Besitzer im Freien gelassen oder auch nur für ein paar Minuten hingestellt haben mag... und es durchzuckt ihn jäh der Gedanke: soll er sich nicht des Fahrrades be­mächtigen? Freilich wär's ein Diebstahl, der erste in seinem Leben und hoffentlich auch der letzte; aber das Rad könnte seiner Flucht sehr förderlich sein; nicht nur dadurch, daß er rascher von der Stelle käme, sondern weit mehr infolge der Benutzung der Fahrbahn statt des Gehsteiges, wo Personen, die einander begegnen, sich viel genauer erkennen können, als auf dem flinken Velo... außerdem radelt ja alles, was von der SS. hier kreucht und fleucht.

Im Nu schloß er die kurze Überlegung ab und trat an das Rad heran, um zu untersuchen, ob es nicht etwa gesichert wäre... nein, in der Tat, der leichtsinnige

Besitzer hat es ohne Vorsichtsmaßnahmen hier an­gelehnt also verdient er auch seine Beraubung... Entschlossen packt es Bert an und will sich eben in den Sattel schwingen; denn es ist ja zu befürchten, daß der Eigentümer jeden Moment zurückkommen kann- da zuckt sein schlechtes Gewissen auf einmal heftig zu­sammen: vom Gehweg der Hauptstraße her naht ein Schritt, doch ist die Person für Bert infolge einer Gartenmauer noch unsichtbar.

Ein Männertritt ist es, wenn auch keiner mit Nagel­sohlen. Darum halt mit dem Rade, bis die Gefahr er­kannt ist.... Der Fußgänger erscheint nun in Sicht: es ist aber, wie Bert beruhigt erkennt, ein krummer, humpelnder Mann, der plump daherkommt.... Und nun, da er plötzlich den wartenden, regungslosen SS.­Mann sieht, dessen rechtes Bein schon über den Sattel