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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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wendet sich dem schmalen, gewundenen Wege zu, den er so oft bei rosigem Morgenlicht oder flammendem Abendrot mit seinen paar Mann gezogen war. Nur mußte er Blick und Erinnerung scharf zusammennehmen, um nicht vom Pfade abzuweichen, so mitternächtig finster ist es hier zwischen den Kiefern und Föhren. Dabei zeigt die leuchtende Uhr an seinem Handgelenk schon die dritte Morgenstunde an... gut, daß er die Win­dungen des Weges noch genau in Erinnerung hat, wenig­stens bis zum Kinderheim hin.

Der kleine Komplex von flachen Häuschen auf der Waldlichtung liegt still und versunken in der Einsamkeit. Die Nadelbäume ringsum halten strenge Wacht über den Schreihälsen, die hinter den mattierten Fensterscheiben ruhen mögen. Weich und tief vor Nässe ist der Weg. Bert sieht sich einen Augenblick lang um... ja, liebe Sommerlichtung im Walde: daß du mich- gerade mich! in SS.- Uniform wiedersehen würdest, hättest du dir bestimmt nicht träumen lassen, nicht wahr? lächelt er in sich hinein.

Er schreitet weiter, nun auf der Fahrstraße, die damals noch halbfertig war, als Tonis Kabriolett auf ihr entlang gehüpft kam. Jetzt ist sie fest und solid an­gelegt, eine gute Richtschnur, um sich von der Lagernähe zu entfernen, ohne das große Außentor zu passieren. Wäre Bert diese versteckte, ehemalige Arbeitsstätte vom Sommer nicht bekannt gewesen, so wüßte er schwerlich einen anderen glatten Weg aus dem Wirrwarr von Einzel­gebäuden, Werk- und Wohnanlagen rings um das Lager herum.

Die Fahrstraße nötigt ihn, ihr eine geraume Viertel­stunde lang zu folgen. Dann sieht er hohe Dächer in Reihen aufragen, von kahlen Baumkronen umgeben- und weiß: damit ist er schon an der großen SS. - Siedlung an­gelangt, die mit ihren Villen zu beiden Seiten der Straße der SS. gelegen ist.

Nun ist das sorglose Schlendern, dem er sich während des Waldspazierganges hingeben konnte, gründlich vor­bei. Es heißt wiedermal scharf aufpassen. Denn hier