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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
Entstehung
Seite
394
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Auch das wäre somit getan. Am, Nachmittag ging Bert im Lager umher, ohne sich um sein Kommando zu kümmern, so sehr nahm ihn der Gedanke an das Ende seines Lagerlebens gefangen. Vom Haupttor angefangen bis in die letzten Winkel der Gärtnerei durchstreifte er nochmals das ganze Lager, um gleichsam von allem Abschied zu nehmen, ausgenommen vom Bunker, in den er nicht eintreten konnte und wollte.

Schwächer und schwächer fiel das Licht der sinken- den Sonne auf die hohen Tannen des Wildparks, auf die frisch geteerten Dächer der Blocks. Ein trüber Abend zog seine Spinneweben dichter um die Fenster der Barackenstadt... bis schließlich zum Abendappell die riesigen Scheinwerfer aufstrahlten und ihre Lichtbündel den marschierenden Trupps entgegenwarfen.

Noch einen heiteren Feierabend verbrachte Bert in seiner Stube 4 im Kreise von Stillfried, Täubler, Adam und Zrounek. Dem wackeren Ogertschnigg aus Kärnten wollte er die paar Vorräte in seinem Spind hinterlassen. ... Dann lag er die letzte volle Nacht auf seinem hart gestopften Strohsack, dicht unter der Bodenplatte des oberen Bettes, und dachte, ob er wohl jemals wieder seinen Schlummer in solch einem Stalle voll Menschen werde suchen müssen, wo dem einzelnen nicht ‚mehr Platz blieb wie einem Karnickel in seinem Käfig? Doch mit der Energie, die ihn jetzt wie einen Renner vor dem Startschuß erfüllte, schaltete er alles Grübeln. aus, um seine Ruhe nicht zu verkürzen, die er für die kommende Nacht brauchen würde.