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gewisses Quantum Guttapercha mitbringen wollte, das er zum Abdichten einer Bastelei dringend brauche. Der gutmütige Capo stimmte zu und hielt Wort.
Bert bedachte aber auch, daß die Anlegung der Extra- Uniform in jener SS.- Baracke zu den unumgänglichen Punkten seines Programmes gehörte. Zur Vorsicht ging er nochmals mit Manz gemeinsam hinaus, angeblich um den Feindsender wieder abzuhören. Im Nebenzimmer fand er wie damals die Uniform und Stiefel samt Koppel und Mütze sauber hängen, nur das früher angelehnte Fenster war diesmal verschlossen wegen der rauhen Witterung. Bert machte es lautlos auf und lehnte es so an, daß es jederzeit von außen aufgestoßen werden konnte... auch dies wäre also in Ordnung.
Am Eingang zum Lager traf er auf Stillfried und beschloß sofort, diesen besten seiner Freunde über seinen Plan aufzuklären. Er nahm ihn sacht am Arm und ging auf Umwegen mit ihm zur Baracke. Dabei weihte er ihn offen in sein Vorhaben ein, es erläuternd: ,, Soll ich etwa warten, bis in wenigen Tagen die einzige Chance, die sich dazu bietet, beseitigt ist und ich von Hoffmann in irgendein Marterlager im Norden verschickt werde? Sei beruhigt, es wird mir nicht so ergehen wie dem armen Teufel vorgestern.
Stillfried zuckte etwas befangen die Achseln, bevor er antwortete: ,, Schau, lieber Oberst, das ist so sehr alleinige Angelegenheit jedes einzelnen und eine Sache von so überaus weittragender Bedeutung, daß niemand sich erlauben darf, ab- oder zuzureden.... Daß du meinen Segen, wenn ich so sagen darf, zu deinem Plan von ganzem Herzen hast, weißt du von selbst, ohne daß ich darüber Worte verliere nur verlange nicht von mir, der ich soviel Bitteres hinter mir habe, daß ich etwa mittue! Denn wer wie ich sechs Wochen in Hunger und Finsternis saß, für den ist der jetzige Zustand schon eine Art Erlösung, mit der er sich gern bescheidet... nicht also wünsche ich mit dir ein frohes Wiedersehn hier, sondern in der geliebten Heimat... laß dich bis dahin nochmals umarmen!"
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