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Bert las den ominösen Artikel in dieser Zeitung- eine andere zu halten, war nicht gestattet und hatte sofort die Empfindung, daß entsprechend einer solchen Herausforderung München mit einem feindlichen Besuch aus der Luft zu rechnen haben werde.... Und es kam sogleich, wie er erwartet hatte.
Die vorherige Nacht über hatte der Regen um die Baracken gesungen, als gelte es, Wände und Dächer abzutragen. Der neue Tag brach sanft und frisch an, gegen Abend klärte sich der Himmel vollkommen auf, so daß ein ideales Flugwetter heraufzog.... Nach leichtem Anfangsschlaf wachte Bert auf und richtete sich empor. Der Mond war inzwischen herausgekommen und spann schräge Silberfäden vom Fenster zum Fußboden hernieder. Still und groß stand seine Scheibe voll am Himmel wie das riesige Auge eines Zyklopen.
Da dröhnt eine ferne Sirene mit gellendem Fliegeralarm auf, jenem schwebenden Auf und Ab der Schwirrtöne... und gleich darauf fällt die große Sirene des Lagers mit ohrenbetäubendem Heulen ein. Aber kaum eine Minute später, als schon alle Schläfer erregt aus ihren Betten gesprungen waren, reißt ein lufterschütterndes Krachen zum ersten Male an ihren Nerven... es dominiert darin der rollende Donner der schweren Flakgeschütze, vermischt mit dem Geknatter der Schnellfeuerkanone auf der Kommandantur und den MG.s der Wachtürme... ein wahrer Hexensabbat bricht los aber alles übertönt ein immenses Brausen, das die Luft und die Fenster erzittern läßt, das gleichsam Himmel und Erde zu verschlingen droht, möchte das noch ungewohnte Gemüt glauben, die Geschwader nahen! Lichter tauchen da und dort im Umkreis der Dunkelheit auf, winzigen, ungewissen Pünktchen zunächst gleich.....
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Bis ein strahlend helles Licht sich vom Firmament löst und zu Boden schwebt, mit stechend weißem Schimmer die ganze Umgegend beleuchtend, die sich ihm gewissermaßen entgegenhebt wie ein aus schwarzem Schlamm emporgerissenes Panorama.
Jubel durchdröhnt die Baracke. Alle Fenster im


