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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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kränken sollte dann vergiß nie, daß selbst der bru­talste Feind sich nicht herausnehmen wird, was deine eigenen Söhne dir und anderen Völkern angetan haben....

Daran ermiẞ künftighin deinen sittlichen Rang in der Welt und gehe in dich... laß die, Wehrertüchtigung als Grundzug deines Wesens beiseite und sei anderen ein Vorbild in wahrem Menschentum und geistiger Demut, damit endlich die Welt den Weg zum Guten nehme, wie Schiller es so heiß erwünscht hat.

DIE LETZTEN TAGE IN DACHAU .

Eigentümlich, wie die Vorsehung die Ereignisse in­einandergreifen läßt, wenn sich ein Schicksal vollziehen soll: zu dem Gedanken an Flucht, der Bert nie mehr verließ, kam nun außer dem Hinweis des Elektrikers und dem spaßhaften Vorschlage von Manz noch ein Punkt hinzu, der die Ausführung nahezu erzwang.

Von Dachau mußten für die Mehrzahl der ein­getroffenen Transporte Rücklieferungen an arbeitsfähigen Häftlingen abgehen. Nun war der Zustand der An­kömmlinge niemand im Lager unbekannt geblieben. Er ließ naheliegende Schlüsse auf die Verhältnisse in jenen Lagern, denen die Unglücklichen entstammten, Kein Wunder, daß es wie ein großes Beben durch alle Baracken ging, wenn Scheerer andeutete, daß am nächsten Morgen ein großer Rücktransport zusammen­gestellt werden sollte.

zu.

Das Material hierzu wurde meistens den Uneingeteil­ten Berts entnommen, und der Lagerelefant Hoffmann besorgte die Zuteilung auf die einfachste Weise. Für die Untercapos Berts war es jetzt das bequemste Mittel zur Disziplin, ihren Leuten, wenn sie mal widerspenstig waren, zu drohen: ,, Nehmt euch zusammen oder ihr seid beim nächsten Transport dabei!" Das war das beste Zugmittel zur Ordnung.

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Aber an Bert selbst trat die gleiche Gefahr heran. Als eines Tages seine Truppe schon stark zusammen­