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Amokläufer : Roman / A. W. Conrady
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und die stockfinstere Nacht hereingebrochen, so flam­men zum Abendappell die riesigen Scheinwerfer rings um den Platz auf, desgleichen an den Stirnseiten der Blöcke und das Abzählen der seit Stunden schon wartenden Lagerinsassen beginnt... der übliche Betrieb nimmt in der schon frostigen Kälte der Nacht seinen Fortgang, bis die Häftlinge abrücken dürfen.

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Als Bert am nächsten Tage den kranken Wiener im Revier besuchen will, um ihn dem Wohlwollen von Hey­den zu empfehlen, muß er an der Kammer vorbei, in der die Leichen bis zum Abtransport in die Totenkammer aufgestapelt liegen.... Der winzige kleine Raum berstet förmlich vor starren, bleichen Leibern. Und deren Ge­ruch vertreibt alles, was in die Nähe kommt.... Auch Bert mußte eiligst aus dem Revier an die frische Luft gehen, so begann ihn das Übelsein zu schütteln vor diesem Berg von Leichen, die zu verwesen beginnen, nicht anders wie das Aas von Tieren

Ach, Ekel Ekel Ekel!

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Daẞ Millionen Menschen in Kriegen und blutigen Auseinandersetzungen fallen, ist leider eine uralte Er­fahrung und wird nie abzustellen sein, solange die Mensch­heit nach Aderlässen dürstet... aber Angehörige des eigenen Volkes und zumeist völlig Schuldlose ohne Not­wendigkeit in solch schändlich schnöder Weise und in solchen Mengen insgesamt im Lager Dachau 200000 Mann in den Tod zu treiben, obwohl sie eigentlich der Obhut von Staatsorganen unterstellt sind, eines Staates, der sich zugleich rühmt, an der Spitze der Kulturnationen zu marschieren und die übrige Welt, an seinem Wesen genesen zu lassen-- das ist nichts anderes als grausige Vertiertheit im Verein mit frivolstem Hohn.

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Deutsches Volk du leugnest es ab, von alledem gewußt zu haben es sei dir mit einigen Vorbe­halten zugegeben! Aber vergiß nie, daß es Männer aus deiner Mitte heraus waren, die so zu handeln imstande waren oder sich hierzu bestimmen ließen... und wenn dir von seiten deiner Kriegsgegner und Besieger nun Schweres auferlegt wird, Bitternis deinen Nationalstolz